Großer Hafner bei Schnee und Regen

Der Große Hafner liegt auf österreichischem Boden und ist der größte Gipfel der sogenannten Hafnergruppe, eine Untergruppe der Ankogelgruppe. Gleichzeitig gilt dieser Berg auch als einer, der relativ einfach zu erklimmenden Dreitausender, weil grundsätzlich keine schwierigen Kletterpassagen überwunden werden müssen. Ein bisschen anders sieht das aus, wenn das Wetter an dem Gipfelerklimmungs-Tag nicht mehr ganz so herrlich ist. Wie wir die Tour zum Großen Hafner trotz Schnee und Regen durchziehen konnten, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Vorbereitung

Eigentlich haben wir uns gut auf unsere bevorstehende Wanderung in den Alpen vorbereitet. Neben der Großen Wanderausrüstung haben wir uns auch schon einige Wochen vorher einen Schlafplatz in der Kattowitzer Hütte reserviert. Das kommt nämlich selten vor, da wir beide sehr schlecht im voraus Planen sind.

Um 14 Uhr sind wir von einem Parkplatz auf der Maltahochalmstraße gestartet. Für das Passieren der Straße ist eine Maut zu bezahlen. Für unser Auto und für einen Tag haben wir 20 Euro bezahlt. Weitere Infos dazu bekommt ihr auf der Website von Maltatal.rocks. Für die 2-Tages-Tour haben wir uns mit Wanderstöcker, Regenkleidung, Duschgel, Handtuch und ein paar Klettersteighandschuhe sowie Sandalen für den Hüttenaufenthalt ausgerüstet.

Tag 1

Bis zur Hütte haben wir nicht länger als 3 Stunden gebraucht. In der Regel schafft man es auch etwas schneller zur Hütte, aber da wir eh eine Hüttennacht geplant hatten, haben wir uns viel Zeit gelassen. Obwohl wir im Trockenem und ein wenig Sonnenschein gestartet sind, fielen schon nach kurzer Zeit Wandern die ersten Tropfen. Der von uns zuletzt gecheckte Wetterbericht versprach bereits nichts Gutes, aber wir wollten einfach weiter hoffen, dass das Unwetter doch noch irgendwie an uns vorbeizieht.

Leicht durchnässt kamen wir an der auf 2194 Metern gelegene Hütte an. Die Hütte hat man bereits von außen angesehen, dass es innen sehr gemütlich sein muss. Und so war es auch. Außerdem roch es schon herrlich nach deftigen Speisen, was mich geradewegs das Abendessen herbeisehnen ließ. In Hütte gibt es allerdingsw kein Internet, sodass man direkt vor den Wahl stand, ob man sich nun mit sich selbst beschäftigt, mit den anderen noch munteren Hüttengenossen eine Runde Karten spielt oder sich einfach schon ins Bett schmeißt. Ich entschied mich für eine Mischung aus allen drein. Zum Abendessen gab es ein Nudelgericht mit würzigem Käse und Röstzwiebeln überbacken. Das Gericht stand so nicht auf der Tafel, da es eigentlich auch gar keine vegetarische Speise gab. Die Hüttenwirtin hatte deswegen einfach ein wenig improvisiert und aus den ihr vorliegenden Zutaten etwas überraschend Leckeres zubereitet.

Tag 2

Am nächsten Morgen haben wir kurz gefrühstückt und sind anschließend aufgebrochen. Keiner der anderen Hüttengäste hatte geplant am heutigen Tag auf den Gipfel zu wandern. Die Gäste, die es zuvor geplant hatten, überlegten es sich kurzer Hand anders, da es ihnen etwas zu waghalsig erschien. Während unseres Frühstücks kamen Wanderer aus dem Tal in der Hütte an – ziemlich durchgekühlt und durchnässt. Sie meinten, sie würden noch ein, zwei Stunden in der Hütte verweilen und warten, bis das Wetter besser wird.

Da wir nicht mehr an eine Besserung des Wetters glaubten, sondern eher dass es an diesem Tag nur noch schlechter würde, machten wir uns los. Es war regnerisch und ziemlich frisch. Der Schnee setze eine Stunde nach unserem Aufbruch ein. Genauer gesagt, als die kleine Kletterpassage vor uns lag. Durch die Ausgesetztheit der Felswände war es mittlerweile ziemlich stürmisch und der Schnee bekam hin und wieder die Chance uns die Schneeflocken ins Gesicht zu blasen, was ein stechendes Gefühl auf der Haut hinterließ.

Es war Zeit die Klettersteighandschuhe anzuziehen, denn nur so konnten wir bei der Eiseskälte am Drahtseil richtig zupacken. Ohne die Handschuhe hätte ich die 100 Meter Kletterpassage höchstwahrscheinlich nicht beschreiten können, weil es unglaublich kalt an den Händen wurde. Es war auch nicht daran zu denken, das Seil nicht zu benutzen, da es aufgrund von Frost auf Moos oder matschigem Schnee unter den Füßen keine Trittsicherheit gab.

Um 10:40 Uhr erreichten wir endlich das Gipfelkreuz. Nach kurzem Aufatmen, dass wir es doch noch geschafft haben, ging es zügig wieder zurück.

Ich bin heilfroh, dass wir keine zusätzliche Last mitnehmen mussten und wir die Sachen in der Hütte lassen konnten. Außerdem war ich glücklich über die Tatsache, dass ich zufällig von oben bis unten nur leichte Kleidung trug. So war ich beim Umherkraxeln in meinen Bewegungen nicht eingeschränkt.

Noch ein letzter Punkt zur Ausrüstung. Eigentlich habe ich immer eine Mütze dabei. Auch wenn ich sie nicht unbedingt zum Wandern brauche, macht sie sich doch immer in der Nacht zum Schlafen gut, weil es vorkommen kann, dass es auf den Hütten zieht oder allgemein recht frisch wird. Diese Mal hatte ich meine Mütze vergessen und war dankbar, dass meine Wind-/ Regenjacke eine Kapuze hatte. Wie unangenehm wäre es gewesen, wenn der kalte Wind einem die ganze Zeit in den Nacken bläst und der Schneematsch einem dem Rücken runterläuft. Das ist auch der Grund, warum ich mir ausschließlich Jacken mit Kapuze kaufe. Dann bin ich im Notfall zumindest auf diese Weise „abgesichert“.

Gegen 12:30 Uhr kamen wir wieder bei der Hütte an und waren etwas genervt, dass das Wetter auf diesen Höhen besser zu sein schien, als am Morgen. Was natürlich nicht automatisch heißt, dass es weiter oben nicht doch noch schneite. Von daher war es schon okay so, dass wir frühzeitig aufgebrochen sind. Grundsätzlich ist der Start in der Früh immer etwas besser, da morgens tendenziell noch nicht so viele Wolken aufgezogen sind.

Wir haben uns dann echt gefreut, dass wir unseren ersten 3000er Berg „bestiegen“ konnten und hoffen einfach mal, dass das Bewältigen der erhöhten Anforderungen eine gute Voraussetzung für weitere Besteigungen in diesen Höhenlagen ist.


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