2-Tages-Tour auf den Triglav

Einen Teil unseres diesjährigen Sommerurlaubs verbrachten wir in Slowenien. Wir waren zum ersten Mal hier im Lande und waren überrascht, wie schön es ist. Dass wir überrascht waren, lag wohl daran, dass wir uns vorher nicht groß informiert und auch keine Erwartungen hatten, da wir unsere Reiseziele für diesen Urlaub sehr spontan gewählt haben. So haben wir uns auch erst nach unserem ersten Tag in Slowenien überlegt, den höchsten Berg des Landes, den Triglav, zu besteigen. Die entsprechende Ausrüstung hatten wir zum Glück dabei, da wir wenige Nächte zuvor auf den Großen Hafner wanderten. Da beide Berge ähnlich hoch sind und wir den Großen Hafner bei Schnee und Regen bestiegen, trauten wir uns eigentlich die Wanderung zum Triglav zu. Ein bisschen Absichern wollten wir uns trotzdem, sodass wir uns für eine 2-Tages-Tour entschieden.

Also suchte ich auf der Website (die mir einfach nicht ins Englische übersetzt werden wollte) nach einer E-Mail-Adresse für meine Hütten-Reservierungsanfrage. Ich wurde irgendwann fündig und konnte meine Mail vom Campingplatz aus versenden. Im Nationalpark hat man eine eher schlechte Internetverbindung, sodass sich solche Recherchen am Abend, sobald man in irgendeinem WLAN steckt, besser machen. Zum Glück meldete sich schon nach wenigen Minuten Jemand zurück und bestätigte, dass für die morgige Nacht noch zwei Betten in der Hütte Koča na Doliču frei sind.

Tag 1

Die Tour haben wir von einem Parkplatz, 500 Meter nördlich von Trenta (Abzweigung nach rechts), gestartet. Die Parkgebühren sind über eine App zu bezahlen, die wir vor Ort noch runterladen mussten.
Gegen 8 Uhr gingen wir von dort los. Zunächst folgt man einige Kilometer der Schotterstraße, von der aus man schon bald einen tollen Ausblick auf die ringsum liegenden Berge hat. Ich genieße das Sonnenlicht am Morgen sehr. Es sieht so schön aus, wenn vereinzelt kleine Stellen im Wald schwach angeleuchtet werden. Außerdem ist es zu der Zeit idyllisch ruhig – wobei man sagen muss, dass wir auf dieser Tour generell sehr wenigen Wanderern begegnet sind.

Aussicht vom Klettersteig-Einstieg

Nach 1,5 Stunden Wandern durch das Tal (der Weg führt über eine Brücke), begann dann der Klettersteig. Dieser ist an einigen Stellen mit Metalltritten und Drahtseilen ausgestattet. Der etwas spannendere, leider etwas kurze Klettersteig endet nach einer Stunde. Von da an wandert man überwiegend über loses Geröll. Meine Wanderstöcker haben mir den Aufstieg zum Glück sehr erleichtert. Um circa 12:15 Uhr hatten wir dann die Hütte erreicht. Dort stellten wir unsere Rucksäcke ab und überlegten kurz, ob wir heute noch oder erst morgen weiter auf den Triglav wandern sollten.

Da wir noch genug Zeit hatten und das Wetter einigermaßen stabil schien, sind wir 13:30 Uhr weiter zum Gipfel gewandert. Außerdem ist es bei dieser Hütte so, dass ein Check-In erst um 16 Uhr möglich ist und so richtige Mahlzeiten gab es auch erst zu einer späteren Zeit. Das waren für uns genug Gründe noch am selben Tag zum Triglav aufzubrechen.

Also wanderten wir los. Die erste halbe Stunde war der Wanderweg sehr breit und einfach zu gehen, weil nur wenige Höhenmeter zu überwinden waren. Der letzte Part zum Gipfel ist ein technisch leichter Klettersteig. Da wir etwas Wind und Nieselregen hatten und zum Teil noch Schnee lag, schien uns der Part ein wenig anspruchsvoller. In den Felsen sind viele Tritte und Stifte gebohrt, sodass man die letzten 250 Höhenmeter eigentlich ohne Probleme überwinden kann. Ein Klettersteigset kann man nur an wenigen und dann auch recht unnötigen Stellen verwenden. Daher kann man sich diese Ausrüstung eher sparen. Klettersteighandschuhe wiederum sind ganz nützlich, gerade wenn es so kalt und windig ist.

Kurz vor 15 Uhr erreichten wir den Gipfel. Sobald sich der Nebel kurz mal etwas auflöste, war die Aussicht richtig schön. Auch wenn wir ganz alleine oben waren und die Stille genießen konnten, hielten wir uns auf dem Berg nicht lange auf, weil es doch ziemlich frisch war.

Ankunft in der Hütte


Um 16:30 Uhr waren wir wieder zurück an der Hütte, ziemlich pünktlich zum Check-In, denn mittlerweile war die Anmeldeschlange ganz schön lang.

In der Koča na Doliču kann man übrigens nur mit Bargeld bezahlen. Besonders interessant ist vielleicht, dass es auf der Hütte kein richtiges Bad gibt, sondern nur eine Waschbecken am Eingang. Dort kann man sich zumindest die Zähne putzen. Duschen gibt es keine. Auch eine Toilette mit mechanischer Spülung gibt es nicht – lediglich ein Plumsklo (außerhalb der Hütte). Da muss man nochmal in sich fahren, ob man abends ein Bier trinkt oder es lieber bleiben lässt. Nichtsdestotrotz ist die Hüttenatmosphäre sehr schön und man kann dort einen geselligen Abend verbringen.

Tag 2

Nach dem Frühstück haben wir zügig den Rückweg eingeschlagen. Viele Hüttengäste machten sich stattdessen bereit für den Weg zum Triglav. Das Wetter sah am Morgen auch noch ganz gut aus. Eine Stunde nach unserem Aufbruch zog es sich allerdings rasch zu. Wir vermuteten, dass die anderen Wanderer eine ähnliche Aussicht haben werden, wie wir den Tag zuvor.

Als Rückweg nutzten wir dieses Mal den „normalen“ Wanderweg ohne Klettersteig. Hierfür brauchten wir nur 2,5 Stunden.

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