Ein Wochenende in Köln

Manchmal ist’s halt irgendwie verrückt. Im Studium und auch später auf Arbeit haben mir meine Kommilitonen und Kollegen öfter Mal von ihren Ausflügen an die Rheinmetropole berichtet.

Einer meiner Freunde aus dem Masterstudium hat mir vor einiger Zeit nahegelegt unbedingt mal nach Köln zu reisen, weil es seiner Meinung nach eine der coolsten deutschen Städte ist. Er hatte damals dort gearbeitet und ist von dem Potenzial der Stadt, dem Flair und den Leuten, die dort leben, vollkommen überzeugt.

Meine Kollegen besuchten die Stadt hingegen wegen ihrer alljährlich gefeierten Karnevalsexzesse und die gute Stimmung, die Köln vor allem zur 5. Jahreszeit herrscht. Auch ich hatte mir immer wieder vorgenommen dort irgendwann mal Karneval zu zelebrieren, aber irgendwie war ich, wenn ich’s mir dann in den Kopf gesetzt hatte, bereits zu spät dran.

Auf geht’s in die Rhein-Metropole

Aus diesem Grund hatte ich mir kurzer Hand überlegt endlich mal die Stadt zu besuchen, von mir aus eben in der Nebensaison. Ohne große Absichten ging es eines Nachmittags mit dem Auto nach Nordrhein-Westphalen (auch dort war ich noch nie, außer am Flughafen xy.) Der Plan war, einfach mal gucken, was so los ist. Vielleicht gibt’s ja die ein oder andere coole Location, die mich dazu animiert der Stadt öfter mal einen Besuch abzustatten.

Und siehe da, so viel kann ich vorweg sagen. Ich wurde während meines Aufenthalts nicht enttäuscht und habe schon innerhalb weniger Stunden meine ersten Lieblingsecken gefunden.

Sightseeing

Hin und wieder suche ich auch gerne mal die stark frequentierten Ecken einer Großstadt auf. Ob nun viele Touristen oder nicht. Besonders schöne Architektur oder Aussichtspunkte möchte ich mir nur ungern entgehen lassen.

  • Kölner Dom (classic)
  • KölnTriangle (toller 360° Ausblick auf Köln, besonders der Blick auf die Hohenzollernbrücke und den Dom ist fantastisch)
  • Rheinpromenade am Kennedy-Ufer (schöne Sitzgelegenheiten direkt am Rhein, sehr entspannte Location besonders zum Sonnenuntergang mit schönem Blick auf Kölns Wahrzeichen und die Hohenzollerbrücke)

Kaffeeröstereien

Kaffee ist einfach mal wichtig. Fakt. Egal ob zuhause oder in einer fremden Stadt oder auf dem Campingplatz. Dort wo ich einen Kaffee schlürfen kann, bin ich glücklich. So lockte mich die Rheinstadt auch mit seinen Kaffeeröstereien, denen neben lecker zubereiteten Heißgetränken auch Nachhaltigkeit, 1A Qualität und Transparenz am Herzen liegen. Hier ein paar nette Locations, in denen man erstklassige Kaffeespezialitäten kredenzt bekommt.

  • The Coffee Gang (fairer Kaffee, leckerer Flat White, herrlich saftiger Carrot Cake)
  • Schamong Kaffee (Kölns älteste Rösterei, Mitarbeiter sehr nett und beraten gerne, fair)
  • Van Dyck Rösterei (stylisches Innendesign, da altes Fabrikgebäude, fairer Kaffee, kompetentes Team)

Ehrenfeld

Ehrenfeld ist unter den Kölnern als Party-Hochburg-Veedel bekannt. Das ehemalige Arbeiter- / Industrieviertel hat sich zu einem beliebten Wohnviertel mit einer lebendigen Kulturszene gemausert. Dreh- und Angelpunkt in Ehrenfeld ist die Venloer Straße, auf der alle möglichen internationalen Küchen, zahlreiche Bars, hippe Cafés und diverse Bummelgeschäfte vertreten sind. In den Seitenstraßen, wie z.B. die Körnerstraße, findet ihr coole Shops, in denen ihr all das bekommt, was es im Ikea, H&M & Co. nicht zu kaufen gibt. Darunter zum Beispiel schicke Retro-Möbel, Vintage-Porzellan, Geschenkideen aus Kork und das interessante Sortiment eines Unverpacktladens.

Bars

  • Die hängenden Gärten von Ehrenfeld (gemütliche Eckkneipe mit schöner Retro-Einrichtung, abwechslungsreiche Musik (Rock, Punk, Indie etc.), an manchen Abenden auch Livemusik)
  • Bumann & Sohn (stylische industrielle Inneneinrichtung, schöner Biergarten, große Cocktailauswahl, angenehme elektronische Musik)
  • Gaststätte Berg Krug (klasse rustikale gemütliche Kneipe, gute Preise, kölscher Spirit)
  • Bar Zwei (kleine stylische Bar, kreative Cocktails, gute Gin-Auswahl)

Cafés & Restaurants

  • Kaffeebud Ehrenfeld (süßes Café, toller Kaffee und leckerer Kuchen, Kartenzahlung möglich)
  • Café Rotkehlchen (vegetarisch / vegan, Frühstücksplatten üppig und sehr lecker, Focaccia Sandwich und Zimtschnecke sind ein Traum, nicht immer einfach einen Platz zu bekommen)
  • Vegan Revolution (vegan, leckere Falafel, fairer Preis)
  • Bärenstark (alles vegan, leckere Burger und Vöner und große Auswahl an köstliche Soßen)

Shops

  • Veedelskrämer unverpackt (tolle Auswahl an fairen Gewürzen, Süßigkeiten, Aufstrichen, Shampoos, Waschmitteln usw.)
  • Grünblaugrau (wunderschöne Vintagemöbel und Wohnaccessoires)
  • Onomao (schicke, handgemachte Keramik, fair, nachhaltig)
  • Dressgoat (nachhaltige, minimalistische Kleidung)

Belgisches Viertel

Das Belgische Viertel ist ein weiteres Szeneviertel, das mitunter ein alternativ angehauchtes, kreatives Publikum und junge Familien anzieht. In diesem Veedel sind viele Boutiquen, Goldschmiede, süße Cafés, Galerien, Designer, Agenturen und eher gehobene Bars untergebracht. Besonders schön ist, dass man von hier aus in wenigen Minuten fußläufig den Stadtgarten erreicht, der für viele sicher ein kleiner Erholungs- / Ruheort ist. Am Le Kiosk könnt ihr euch vorher ein kleines Bierchen abholen und dann geht’s ruckzuck weiter zur “grünen Oase”. Ich finde sowohl Ehrenfeld als aus das Belgische sehr sehens- und entdeckenswert. Deswegen lohnt es sich auf alle Fälle in beiden Stadtteilen umzusehen und ein paar coole Spots zu erkunden.

Bars

  • FRIEDA Bar (herrlich rustikale Rockkneipe, klein aber fein, gute Preise)
  • Forelle Blau (kleine gemütliche Eckkneipe, abwechslungsreiche Fass- und Flaschenbierauswahl)
  • Brüsseler (schöne kultige Bar, coole, entspannte Leute)

Cafés & Restaurants

  • Hommage Café (gemütlich, da schönes Holzinterieur mit Hinterhof, leckeres Crêpes und Avocadebrote, ganz liebes Team)
  • Miss Päpki (süßes Café mit total leckerem Kuchen, Kaffee von Schamong, Sojamilch und laktosefreie Milch)
  • Chum Chay (vegetarisch / vegan, sehr leckeres Curry
  • Well Being (alles vegan und lecker, umfangreiche Speisekarte – darunter viel Gerichte mit Hühnchen- und Schweinersatz)
  • Marx & Engels (ziemlich fancy, leckere Burger (auch vegan) und Soßen, es kann allerdings schonmal zu längeren Wartezeiten kommen)

Shops

  • Schee (hier kann man wunderbar Geschenke einkaufen, schöne Papeterie, Keramik, Decken, Rucksäcke, ausgefallene Gin- und Weinauswahl uvm.)
  • Fairfitters (nette Mitarbeiter, faire und z.T. recycelte Kleidung)
  • Hennes Finest (superkrasse Auswahl an unterschiedlichen Pfeffersorten, sehr kompetente Beratung, außerdem gibt’s im Laden noch eine Auswahl an Salz, Zucker und Merchandise-Artikeln)
  • Things We Like (viele schöne Wohnaccessoires, kleine Pflänzchen, Öl und Essig usw.)

Bouldern in der Stadt

Kein Städtetrip ohne Boulderhallenbesuch! Köln hat eine kleine coole Auswahl an Boulderhallen, die man wunderbar zum Feierabend oder bei Beschäftigungsdrang am Wochenende aufsuchen kann. Gerade der Boulderplanet und die K11 sind fix erreicht. Mein Favorit ist allerdings das Stuntwerk. Blöderweise liegt die Halle nicht gleich ums Eck und es ist etwas umständlich dort hin zukommen. Was das Stuntwerk so besonders macht, sind die krassen Parcours, die dort aufgebaut sind. Von Hangeln, Schwingen bis hin zu Wallruns ist alles dabei. Außerdem kann man sich mal am Verticaltuch probieren (habe ich mal in Berlin versucht). Das ist ein Sport im Bereich Luftakrobatik, wo man sich an zwei langen Tuchenden hängt und sich darin einwickelt und in eleganten Posen übt. In der Halle gibt es Kurse, um die Grundtechniken zu lernen. Warum also nicht mal was Neues ausprobieren?

  • Boulderplanet (schnell zu erreichen, da relativ zentral, großer Boulderbereich, mitunter sehr cool geschraubte Routen, kleiner schöner Außenbereich zum Klettern, allerdings überwiegend ziemlich dreckige Griffe)
  • Stuntwerk Köln (liegt ein bisschen ab vom Schuss, aber dafür gibt’s viele geil gebaute Parcours!, die Bouldergriffe sind abwechslungsreich und die Routen interessant und cool geschraubt)
  • K11 (in Südstadt und damit recht zentral und easy erreichbar, ich bevorzuge die anderen beiden Hallen, da die K11 Halle auf mich nicht so’n gepflegten Eindruck macht (Boulderplanet ja eigentlich auch nicht, aber dort gibt’s noch den Außenbereich). Dafür ist der Preis ok und sicher ideal, um sich nach der Arbeit etwas auszutoben, gerade wenn man in und um K Südstadt wohnt)

Highlight

Mein absolutes Highlight in Köln befindet sich weder in Ehrenfeld noch im belgischen Viertel, sondern ganz überraschend in Köln Mitte. Ich bin nämlich total von dem recht unscheinbaren Sattgrün Restaurant begeistert. Das Essen ist einfach mal fantastisch, so vielseitig und auch noch vegan. Preis / Leistung ist auch top. Bisher gibt es das Lokal nur in Köln, Essen und Düsseldorf. Ich hoffe natürlich sehr, dass es eines Tages auch ein Restaurant in Stuttgart geben wird (Achtung: nicht verwechseln mit Immergrün). Bitte haltet die Qualität so aufrecht, denn es stimmt einfach alles! Danke.

Am Ende hat mich Köln also auf jeden Fall überzeugt und ich kann sagen, dass ich der Stadt auch mittlerweile schon einen zweiten Besuch abgestattet habe (Sattgrün stand natürlich auch auf dem Programm). Die paar Leute, die ich in Kioske, Bars und Unterkünften kennenlernen durfte, waren alle super aufgeschlossen und freundlich. Was will man mehr.

Daneben lockt die Stadt zu allen Jahreszeiten mit ziemlich coolen Events, sodass ich mich bestimmt bald wieder blicken lassen werde. Vielleicht ja dann zur 5. Jahreszeit.

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