Leben auf Bali

Das Leben auf Bali kann echt herrlich schön sein. Besonders dann, wenn man weiß, wo man gut surfen, schwimmen, essen und einkaufen kann.

Was aber, wenn man sich unter gewissen Umständen noch viel länger im Urlaubsparadies aufhält? Wenn man unbewusst beginnt sich mehr mit alltäglichen Dingen auseinander zu setzen, wie zum Beispiel wo der nächste Arzt, das nächste Krankenhaus, die nächste Bäckerei oder der nächste Supermarkt ist? Als Tourist in einem Urlaubsort interessiert man sich vermutlich für solche Fragen weniger, aber es kann immer mal zu einer Ausnahmesituation kommen. Vielleicht hat man einfach das Verlangen sich nur für den Fall der Fälle ein wenig mehr über die vorherrschenden Verhältnisse zu informieren, bevor man in ein unbekanntes Land fliegt.

Im folgenden Beitrag möchte ich ein paar Tipps für all die mit auf den Weg geben, die ein bisschen mehr Informationen über Bali bekommen möchten und nicht einfach nur dort Urlaub machen wollen. Vielleicht seid ihr ja an eine paar “Nofalltipps” interessiert, wie z.B. wo ihr hinfahren und welchen Arzt ihr aufsuchen könnt, wenn es euch gesundheitlich nicht so gut geht oder wo ihr Lebensmittel einkaufen könnt, wenn euch mal nicht nach auswärts essen ist.

Hier also ein paar kurze Stories über unsere gemachten Erfahrungen, die euch bei eurer Reiseplanung vielleicht weiterhelfen können, sodass ihr vielleicht noch ein wenig entspannter und sorgenfreier in den wohlverdienten Urlaub gehen könnt.

Viel Spaß beim Lesen.

Verkehrsmittel

Egal wie ihr auf Bali von A nach B kommen wollt, eins vorneweg, die Buchung diverser Fahrzeuge sowie auch das Bestellen eines Taxis verläuft i.d.R. absolut einfach und problemlos. Dabei ist es auch egal, ob ihr selbst als Fahrer fungieren oder euch lieber durch das Land fahren lassen wollt. Die Entscheidung liegt ganz bei euch und dank des riesigen Angebots auf der Insel, werdet ihr meistens auch sehr schnell bedient und man macht euch ein gutes Angebot.

Mietauto

Wer länger auf Bali unterwegs ist und mit viel Gepäck anreist, kann sich überlegen, ob er sich ein Auto ausleihen will. Wir haben uns ein Auto bei Bima Sakti Car Rental gebucht. Bei dieser Mietwagenfirma kann man sich einfach auf deren Website via WhatsApp nach einem Auto erkundigen. Ihr bekommt sofort eine Rückmeldung und könnt so weitere Details klären.

Allerdings hat diese Mietwagenfirma nicht die besten Bewertungen erhalten, da die Stornierungsbedingungen scheinbar nicht zufriedenstellend sind. Es gibt wohl sehr viele Autoverleihfirmen auf Bali, bei denen diese Bedingungen besser sein sollen.

Da wir allerdings unser Auto für den gesamten Zeitraum beanspruchen wollten, haben wir diesbezüglich keine negativen Erfahrungen machen können. Wir waren jedenfalls sehr zufrieden mit dem Service und konnten jederzeit sehr schnell mit einem Ansprechpartner der Firma in Kontakt treten. Nach unserem Crash mit dem Mietauto hatten wir auch keine größeren Probleme und die Mietwagenfirma konnte uns schnell helfen.

Mietroller / Scooter

Nichts ist leichter auf Bali, als einen Roller zu mieten. Ihr könnt einen Scooter an jeder Straßenecke bekommen. Vermutlich bietet sogar eure Unterkunft Mopeds zum Verleih an. In der Regel muss auf Bali kein Führerschein vorgelegt werden (was auch für’s Auto galt), aber man sollte im Hinterkopf behalten, dass der Verkehr auf den Straßen Balis nicht vergleichbar mit dem auf deutschen Straßen ist – nicht einmal mit denen in den deutschen Großstädten.

Allerdings kann das Nicht-Mitführen des internationalen Führerscheins für Touristen (selbst auf dem Moped) zum Verhängnis werden, weswegen man diesen auch immer bei sich tragen sollte, auch wenn er beim Ausleihen nicht verlangt wird. Hierzu noch weitere Infos im unteren Absatz zum Thema Polizei auf Bali.

Je länger ihr ein Scooter ausleihen wollt, desto besser könnt ihr über den Preis verhandeln. Der normale Tagespreis für einen Roller liegt zwischen 50.000 und 70.000 IDR (3 – 4 Euro). Bei einem längeren Zeitraum, wie z.B. 2 Wochen, kann der Preis auf 35.000 IDR runtergehandelt werden.

Ride Hailing – Taxi als Auto oder Scooter

Wie auch das Angebot an Leih-Scootern ist das der Taxifahrten extrem groß. Die günstigsten Konditionen bekommt ihr allerdings nicht am Straßenrand, sondern über zwei wunderbare Apps, die gar nicht viel Verhandlungskünste zulässt, da hier ein Fixpreis angeboten wird, der natürlich je nach Abrufzeit und Entfernung variiert.

Auf Bali habe ich sehr gute Erfahrungen mit den Apps Gojek und Grab gemacht. Das System der Apps (Ride Hailing) ist total easy und ist vielleicht bekannt von Uber. Ihr entscheidet euch zunächst, mit welcher Art von Fahrzeug ihr euch von A nach B bringen lassen wollt. Dabei könnt ihr entweder bei einem Scooterfahrer mitreisen oder bei einem Taxifahrer ins Auto einsteigen, was beides seine Vor- und Nachteile hat.

Scooter

+ günstiger

+ schneller

etwas unpraktisch, wenn ihr viel Gepäck habt

wetterabhängig (zu heiß oder zu nass)

ggf. etwas unsicherer

Auto

+ Platz für Gepäck

+ günstiger, wenn mehrere mitfahren

+ oft klimatisiert

+ sicherer, da etwas Knautschzone und meist ein Gurt vorhanden sind 

teurer, wenn man alleine reist

auf Bali definitiv langsamer

Die Fahrten werden am Ende mit Bargeld bezahlt. Wenn ihr kein Bargeld dabei haben solltet, könnt ihr aber auch genauso gut den Fahrer fragen, ob er euch zwischendurch an einem ATM rauslässt, wo ihr noch geschwind Geld abholen könnt. Der Preis wird nicht teurer und die Balinesen sind auch nicht beleidigt oder dergleichen.

Am besten installiert ihr bereits vor eurer Ankunft auf Bali eine der beiden Apps, denn dann könnt ihr euch direkt am Airport die erste Fahrt zur Unterkunft buchen. Das ist deutlich günstiger, als sich am Flughafen nach einem Taxifahrer umzusehen. Dort wird bereits auf die Touristen gewartet, da dies die beste Chance ist, unsere Ahnungslosigkeit auszunutzen, denn wir haben schließlich noch keine Vorstellung, wie günstig das Reisen auf der Insel ist.

Auf dieser Seite gibt es weitere Tipps, z.B. auch wie man ein Taxi am Flughafen bekommt.

Unterkünfte

Auch das Aus­fin­dig­ma­chen einer Unterkunft auf Bali verläuft sehr unkompliziert. Ihr könnt euch natürlich alles schon vor dem eigentlichen Urlaub buchen. Es ist aber ebenso gut möglich, vor Ort die eine oder andere Unterkunft zu buchen. Dann seid ihr sogar flexibler für den Fall, dass ihr an einem Ort doch noch länger bleiben wollt und dafür eine andere Ecke der Insel ausspart. Es gibt unzählige Unterkünfte auf Bali, sodass ihr wirklich problemlos auch vor Ort etwas suchen könnt. Vielleicht lernt ihr ja sogar andere Leute am Strand oder in einer Bar kennen, die euch eine coole Location empfehlen können. Egal wie ihr euch entscheidet, auf Bali gibt es diverse Unterkunftsarten, die sich vor allem in der Preisklasse unterscheiden.

Hostel

Um andere Leute kennenzulernen lohnen sich auf jeden Fall ein paar Tage in einem Hostel. Die meisten Urlauber sind hier sehr aufgeschlossen und man kann bei jeder Gelegenheit, ganz gleich ob beim kochen, am Pool, beim Yoga im Garten oder bei einem Getränk an der Hostelbar mit anderen ins Gespräch kommen. Vielleicht trifft man sogar Reisende an, die schon länger vor Ort sind und euch die perfekten Surfspots empfehlen können.

Ich persönlich mag die Hostelatmosphäre sehr und würde vor allem denen, mit einem kleineren Geldbeutel empfehlen in ein Hostel unterzukommen. Auf Bali bezahlt man in einem besseren, coolen Hostel im Durchschnitt pro Nacht 4 bis 5 Euro im Mehrbettzimmer.

Gästehäuser / B&B

Dann wären da noch die schönen idyllischen Gästehäuser, die meistens auch mit einem Hintergarten ausgestattet oder von herrlichen Reisterrassen umgeben sind. Die Atmosphäre in den Gästehäusern ist meistens eher ruhig, wenn nicht gerade zu der Zeit sehr viele Familien dort Urlaub machen. In diesem Unterkünften bekommt man zusätzlich einen kleinen Einblick in das Leben der Balinesen, da die Familie meistens nebenan wohnt und man sie vermutlich täglich irgendwo antrifft.

Die Gastfamilien sind immer sehr herzlich und versuchen den Gästen immer weiterzuhelfen, wo sie können.

Gästehäuser eignen sich besonderes für Paare und Familien, die ein wenig ruhiger und günstiger Urlaub machen wollen. Eine Nacht in einem hübschen Guesthouse oder B&B für zwei Personen im Doppelzimmer kostet circa 15 bis 20 Euro.

Hotels

Die teuerste Variante um Urlaub zu machen ist natürlich ein eleganter Rückzug ins Hotel. Der Service in einem balinesischen Hotel steht dem in europäischen Hotels in nichts nach und hat auf jeden Fall seinen Charme. Das Reinigungspersonal lässt täglich grüßen und wechselt bei Bedarf Handtücher und Bezüge, der Zimmerservice steht ebenfalls stets zu Diensten und meistens gibt es ein fantastisches Angebot zum Frühstück, Mittags- und Abendessen. Wenn ich eins bis in den Himmeln loben kann, dann ist es die indonesische Küche. Aber auch das Angebot an westlich gehaltenen Gerichten ist im Hotel hervorragend, sodass hier jeder etwas Passendes finden wird.

Gerade Beachhotels sind auf Bali besonders beliebt, nicht nur weil der Weg zum Strand besonders kurz ist, sondern auch da man bei etwas Glück bzw. der richtigen Zimmerauswahl vom Hotelbalkon einen unglaublichen Blick auf die farbenprächtigen Sonnenuntergänge Balis bekommt. Diesen Anblick sollte man sich bei einem Baliurlaub auf keine Fall entgehen lassen. Eine Nacht in einem 4-Sterne-Strandhotel bekommt man für zwei Personen im Doppelzimmer ab 50 Euro. Dieser Preis variiert aber auch stark und ist selbstverständlich lageabhängig.

Gesundheit

Wenn der Urlaub mal nicht ganz so verläuft, wie man es sich wünscht, und man sich eine Erkältung oder anderes zuzieht, kommt man nicht umhin, auch mal einen Arzt oder zumindest eine Apotheke aufzusuchen. Manche dieser Einrichtungen sind wirklich klein und unauffällig, sodass sie schnell übersehen werden können, weswegen ich mir überlegt habe, hier einmal alle Apotheken- und Ärztehäuser aufzuführen, in denen ich bereits Erfahrungen gemacht habe.

Apotheken

Guardian Pharmacy, Canggu

Zunächst wäre da einmal die Kette Guardian Pharmacy. Es gibt einige Guardian Apotheken auf Bali und ich war auch in der berühmt berüchtigten Apotheke auf der Batu Bolong in Canggu. Eigentlich ist diese Pharmacy eher wie ein Drogerieladen ausgestattet, weswegen man nur das Nötigste an Medikamente findet, die dazu auch noch recht teuer sind. Andere Artikel, wie Zahnbürsten, Mückensprays und Deos sind normal günstig zu bekommen.

In dieser Apotheke auf der Batu Bolong habe ich bezüglich Arzneimittel eher schlechte Erfahrungen gemacht, da ich mich nach Medikamenten gegen eine Blasenentzündung umgesehen habe. Leider gab es hier nur ein paar natürliche Kräutertees mit keiner speziellen Wirkung, die dann auch noch sage und schreibe über 400.000 IDR (über 25 Euro) gekostet haben. Der Preis hat mich etwas abgeschreckt, sodass ich mich noch nach einer anderen Apotheke umgesehen habe.

Kleinere Apotheken z.B. FarmaKü, Canggu

Wir waren bereits mehrmals in der FarmaKü Apotheke auf der Batu Bolong, die uns eigentlich von der Ausstattung und vom Service her ganz gut gefallen hat. Wir haben uns hier Nahrungsergänzungsmittel besorgt, die zu einem relativ günstigen Preis angeboten wurden. Beim zweiten Mal war diese Dose nicht mehr vorrätig, aber wir konnten unsere Telefonnummer hinterlegen, um eine Nachricht zu erhalten, sobald die Nahrungsergänzungsmittel wieder im Geschäft vorhanden waren. Zwei Tage später erhielt ich die Nachricht, dass die Dose zur Abholung bereit steht.

Übrigens hat die Apotheke 24 Stunden geöffnet.

Ärzte, Krankenhäuser

Bali Clinic, Seminyak

Aufgrund meiner Blasenentzündung, die nach einigen Tagen Selbsthilfe mit diversen Hausmitteln nicht verschwinden wollte, habe ich noch einen Arzt aufgesucht. Hier war ich in der Bali Clinic in Seminyak in Behandlung. Scheinbar hat diese Arztpraxis keinen besonders guten Ruf, da hier ziemlich ordentliche Preise in Rechnung gestellt werden, was ich soweit auch bestätigen kann. Für eine von Dauer und Aufwand her normale Behandlung und ein Antibiotikum musste ich circa 70 Euro bezahlen. Allerdings wurde alles von meiner Krankenversicherung übernommen, weswegen ich mich in Bezug auf die Behandlungskosten nicht beschweren kann.

Man kann ja vorher mit seiner Versicherung klären, ob sie die Behandlung in einer selbst ausgewählten Einrichtung übernehmen oder nicht und dann immer noch überlegen, ob man nicht eine günstigere Praxis aufsucht. Mit der durchgeführten Behandlung und dem Service war ich jedenfalls allgemein zufrieden. Es gibt sogar vorne im Warteraum eine Waage, für alle die, die es nötig haben und einen Zwischencheck ersehnen.

Siloam Hospitals, Denpasar

Zum Siloam gibt es mal wieder geteilte Meinungen. Viele Besucher finden, es sei zu chaotisch, wodurch es zu langen Wartezeiten kommt. Außerdem sei es hier nicht so sauber, wie in anderen Krankenhäusern (siehe BIMC Hospital) und das Zahlungssystem sei unterirdisch. In meiner Zeit auf Bali hatte ich in diesem Krankenhaus 3 Termine und war eigentlich immer zufrieden.

Negativ

In der Tat ist das Zahlensystem verbesserungswürdig, da man hier nach allen durchgeführten Behandlungen (zu denen man im besten Fall einen “Report” bekommen hat) nochmal prüfen muss, ob das passt, was einem nun an der Kasse von der Kreditkarte abgebucht werden soll. Im Vergleich zu Deutschland gibt es hier nämlich einen Art Kassenschalter, den man sich wie eine Hotelrezeption vorstellen kann, an dem die durchgeführten Untersuchungen direkt bezahlt werden müssen. Erst im Anschluss muss man selbstständig mit seiner Versicherung die Übernahme der Kosten abklären.

Wie bei mir, kann z.B. der Fall auftreten, dass man mehrmals im Krankenhaus erscheinen muss, um diverse Tests durchführen zu lassen. Bei jeder Untersuchung wird auf dem Report notiert, was bereits bezahlt wurde. Trotzdem kann es sein, dass vielleicht schon beim ersten Termin etwas für den noch bevorstehenden zweiten Termin bezahlt wurde.

Dann ist es wichtig alle Reports, auf denen hoffentlich alles richtig notiert wurde, mitzubringen, weil es sonst an den Kassen ganz schnell zu Verwirrungen kommen kann. Da muss man also etwas aufpassen und sich etwas drum kümmern, dass auf allen Blättern die entsprechenden Stempel und Unterschriften drauf sind.

Positives

Von der Sauberkeit her würde ich mich nicht beklagen wollen. Als ich dort war, wurde permanent durchgewischt und die Mitarbeiter lagen großen Wert auf die Benutzung des Desinfektionsmittelspenders. Die Besprechungszimmer machten auf mich ebenfalls einen sauberen Eindruck und die Ärzte waren immer sehr nett und konnten gut Englisch sprechen. Außerdem habe ich die noch nicht zum Behandlungszeitpunkt vorliegenden Ergebnisse praktischerweise per Mail geschickt bekommen, als Nachweis für meine Versicherung. Die Behandlungspreise schienen für mich angemessen. Glücklicherweise bekam ich am Ende auch alle dort angefallenen Kosten von meiner Versicherung zurückerstattet.

BIMC Hospital, Nusa Dua und Ubud

Ich selbst bin nicht im BIMC gewesen, aber ich habe von diesem Krankenhaus (in Nusa Dua) nur sehr Positives gehört. Da das Krankenhaus i.d.R. weniger überfüllt ist, als das Siloam Hospital (da weiter raus aus der Großstadt Denpasar), ist die Wartezeit kürzer, wodurch man schneller von einem entsprechenden Arzt behandelt werden kann. Die Ärzte seien sehr kompetent und freundlich und sprechen alle sehr gutes Englisch. Das BIMC ist zudem eine sehr saubere Einrichtung, in dem alle Mitarbeiter gut organisiert wirken. Nichtsdestotrotz ist die Behandlung hier wohl nicht ganz günstig, weswegen es sich auf jeden Fall lohnt, vorher die Kostenübernahme mit der Krankenversicherung zu klären.

Vermittlungsdienst-Apps (Taxi, food delivery usw.)

Ich sage nur Gojek und Grab! Wie bereits oben unter dem Punkt Taxis erwähnt lohnt es sich eine der Apps herunterzuladen. Neben der Taxi (Ride Hailing) Funktion, um günstig von A nach B zu kommen, kann mit den Apps auch beispielsweise in Shops und Apotheken eingekauft und Essen bestellt werden. Die Apps bieten dafür verschiedene Dienste an, die ziemlich praktisch sind. Wir haben diverse Male Abendessen, entweder über Gojek oder über Grab, bestellt. Alles lief stets reibungslos, außer einmal (von ca. 20 Bestellungen) hat der Fahrer das Restaurant nicht gefunden, sodass wir auf einen neuen Fahrer angewiesen waren, welcher aber vom System ruckzuck gefunden war. Alle Bestellungen können mit Kreditkarte oder bei der Übergabe mit Bargeld bezahlt werden.

Auch bieten die Apps ein Paketzustelldienst (national und international?) an. Okay mit international ist hier eine andere indonesische Insel gemeint, aber trotzdem.

Wie funktioniert das? Wir sind nicht in den Genuss gekommen diesen Service auszuprobieren und diese Funktion zu testen, aber hier auf Bali (national) wird dann vermutlich das Paket einfach von dir Zuhause abgeholt und zu deiner Wunschlieferadresse gebracht. Im Detail können wir es aber nicht sagen. Nichtsdestotrotz ist dies sicherlich ein praktischer Service, wenn man vorhat dauerhaft auf Bali zu leben.

Uns haben die Apps während unseres Aufenthalts auf jeden Fall viel gebracht, sodass wir sie guten Gewissens weiterempfehlen können.

Lebensmitteleinkauf

Supermärkte

Die wohl größten Supermarktketten auf Bali sind Pepito Market, Coco Mart, Indomaret und Alfamart. In den bekannten Urlaubsorten Canggu und Seminyak findet man auch noch einige Frestive Supermarkets, die wie auch die anderen Supermärkte alle möglichen Lebensmittel und die wichtigsten Haushaltswaren verkaufen. Die Preise in diesen Supermärkten sind nicht immer die Günstigsten, weswegen viele ihr Obst und Gemüse beispielsweise auf kleineren Märkten oder an aufgebauten Ständen am Straßenrand einkaufen.

Obst- / Gemüsemärkte

Obst- und Gemüsemärkte können auffällig an den Straßen aufgestellt sein oder sie sind etwas weiter von den Hauptstraßen entfernt und auf irgendwelchen Hinterhöfen versteckt. Auf diesen Märkten wird, im Gegensatz zu den Supermärkten, nur mit Bargeld bezahlt. Hier gibt es neben Obst und Gemüse auch einiges an Fleisch und Grundnahrungsmittel wie Reis und Nudeln. Bei unserem letzten Einkauf habe ich für einen Apfel und 4 Passionsfrüchte circa 90 Cent bezahlt, was in Deutschland noch nicht mal ganz dem Preis einer Passionsfrucht entspricht.

Kleine Lebensmittelgeschäfte / Grocery Store

Zugegeben, Grocery Stores können manchmal ziemlich unauffällig sein und aufgrund der Größe zieht es einen meistens nicht gleich in diese 10 qm Kabuffs. Man denkt vermutlich, “was soll ich hier schon kaufen, was ich nicht auch im Supermarkt bekommen kann?”. Das stimmt soweit, aber da Grocery Stores nicht nur an jeder Straßenecke, sondern auch auf den Straßen in einem 50 Meter Abstand vorzufinden sind, ist der Weg deutlich kürzer als zum nächsten Supermarkt. Die Shops verkaufen das Nötigste, wie Reis, Nudeln, Sojasauce, manchmal Obst und Gemüse, Zahnpasta, Deo, kühle Getränke usw. Außerdem bieten viele dieser Stores einen Tankservice an, um schnell wieder mit dem Scooter mobil zu sein.

An Feiertagen, wenn alle Supermärkte geschlossen sind, haben nicht selten noch einige dieser Shops auf. Die Preise sind ähnlich, wie die in den Supermärkten, manchmal auch etwas günstiger.

Zero Waste Stores

In Canggu und Seminyak gibt es mittlerweile sogar Zero Waste Stores, was einfach klasse ist. In den Läden kann man vor allem lokale Lebensmittel unverpackt einkaufen, um der Umwelt etwas Gutes zu tun und den Plastikkonsum zu reduzieren. Entweder bringt man seine Abfüllbehälter selbst mit oder man kauft vor Ort entsprechende Gläser ein, die man immer wieder mitbringen kann, um seinen Einkauf zu erledigen.

In den Läden gibt es vor allem Lebensmittel, aber auch Pflegeprodukte für Körper und Haar sowie Reinigungsmittel für Küche und Bad. Zudem kann man Utensilien, wie Geschirrtücher, Besteck und vieles mehr einkaufen.

In Bali gibt es zwei Stores von Zero Waste Bali in Seminyak und in Ubud. Im Zero Waste in Seminyak gibt es übrigens leckeren veganen Parmesankäse auf Cashesnussbasis, der mir megagut gefallen hat. Ein weiterer Zero Waste Store befindet sich in Canggu, der Samadi Supermarket. Hier werden frische lokale Produkte, auch Brot, Teigwaren, Obst und Gemüse angeboten und alles ist plastikfrei. Auch Alive Wholefoods in Canggu ist ein toller Shop, um lokale Bioprodukte einzukaufen. Der Laden ist noch nicht plastikfrei, aber man bemüht sich auf unnötiges Verpacken von Lebensmitteln zu verzichten.

Online-Einkauf

Alle zuvor genannten Stores bieten auch einen Lieferservice an, was das Einkaufen noch schneller und leichter macht. Aber auch die großen Supermärkte bieten ab einem bestimmten Einkaufswert den Lieferdienst an. Nach der Online-Bestellung werden dann meistens über WhatsApp die Details geklärt, wann und wo genau die Bestellung hingeliefert werden soll. Ich finde das äußerst praktisch, wenn man an Tagen, an denen man andere Dinge zu erledigen hat, einfach online bestellen kann. Nach Eingang einer Lieferbestätigung per WhatsApp dauert es nur eine kurze Zeit bis einem der Einkauf zugestellt wird.

Polizei

Wie schon mehrmals beschrieben, ist das Leben auf Bali grundsätzlich super entspannt, aber hin und wieder wird das Urlaubsfeeling ein wenig zerstört, aufgrund manch widersinniger Polizeikontrollen, die irgendwo an den Straßenrändern randommäßig durchgeführt werden. Wenn du noch nicht so häufig alleine mit einem Scooter auf Balis Straßen unterwegs warst, wirst du sicherlich überrascht sein, wenn dich ein Polizist mit seiner Trillerpfeife versucht aus dem Verkehr zu ziehen. Gegebenenfalls fällt dir dabei auch auf, dass viele Touristen, die vor dir bereits angepfiffen wurden und winkend aus dem Verkehr geholt werden sollten, noch dreist Gas geben und schnell weiterfahren.

Diese merkwürdige Verhalten hat mich zunächst ziemlich erstaunt, aber sobald wir dann auf den Hof der Beamten unseren Scooter abgestellt hatten, mit dem Pfeifer ins Containerhäuschen verschwunden sind und der Beamte uns anfing etwas von bestehenden indonesischen Regeln und Gesetzen erzählte, roch man den Braten schon und es wurde einem klar, warum sich andere Fahrer ganz schnell aus dem Staub machen.

1. Runde – kein Helm

Bei unserem ersten Kontakt (in Canggu) mit der Polizei wurden wir also aus dem Verkehr gezogen, weil wir keinen Helm trugen. Man bedenke jetzt auch dabei, wieviele Leute auf Bali einen Scooter fahren ohne dabei einen Helm zu tragen, ganz gleich ob man lieber die Anzahl der Einheimischen oder die der Touristen betrachten möchte. Das kostete uns jedenfalls pro Person umgerechnet 30 Euro.

Auf Bali herrscht Helmpflicht, man sollte sich also nicht an den anderen Verkehrsteilnehmern orientieren.

Wir können euch folglich nur empfehlen einfach immer einen Helm dabei zu haben oder wer es lieber etwas abenteuerlicher mag, der kann auch versuchen nur auf den kleineren Nebenstraßen umher zufahren. Da gab es nirgends am Rand ein Polizeihäuschen, sodass hier augenscheinlich noch mehr Scooterfahrer ohne Helm unterwegs sind. Wir haben uns auf alle Fälle sehr geärgert und hoffen, dass ihr so eine Erfahrung nicht machen müsst.

2. Runde – kein Führerschein dabei

Tatsächlich wurde wir noch ein zweites Mal in Uluwatu aus dem Verkehr gezogen. Keine Panik, dieses Mal hatten wir einen Helm auf. Aber jetzt sollte es noch irrer werden: dieser Pfeifer, der sich bereits auf die Straße gestellt hatte, um die Leute auf den Hof der Beamten zu bewegen, machte sogar richtig wilde Anstalten, nur um die Leute von ihrem Scooter runterzuholen. Wir haben wieder entsprechend reagiert, sind auf den Hof gefahren und wir waren gespannt, was es dieses Mal zu melden gab.

Der Polizist fragte nach unserem internationalen Führerschein. An dieser Stelle würde ich eigentlich zu gerne mal erfahren, wieviele Touristen, oder noch besser! – Balinesen auf ihrem Scooter tag ein tag aus unterwegs sind und ihre Fahrerlaubnis bei sich tragen bzw. überhaupt eine besitzen. Man weiß es nicht. In der Situation hätte uns wohl Hintergrundwissen zu dieser Thematik so oder so eher weniger gebracht.

Beim Scooter fahren sollte immer der internationale Führerschein oder wenigstens eine Kopie davon dabei sein. Außerdem lohnt sich auch das Mitführen einer Kopie des Reisepasses.

Wir fingen an zu argumentieren, dass wir nur kurz zum Strand wollten (es waren noch 5 km bis zum Padang Padang Beach) und unser Hotel von hier noch 1 km in die andere Richtung entfernt ist und wir unseren Führerschein ruckzuck besorgen und vorlegen könnten. Der Mann grinste nur breit und reagierte nicht weiter auf das Angebot. Er erzählte uns einfach wieder etwas von indonesischen Regeln und Gesetzen, die auf Bali offenbar absolut ernst genommen und eingehalten werden. Kurz und knapp wir bezahlten erneut 30 Euro dafür, dass wir keinen internationalen Führerschein während einer Scooterfahrt zum Surfstrand bei uns trugen. So einfach und so schnell geht das auch schon mit dem Geld zum Fenster raus werfen, um unsere in der Situation gefühlten Emotionen mal etwas sarkastischer zum Ausdruck zu bringen. Seitdem haben wir übrigens unseren internationalen Führerschein ordentlich in einer Klarsichtfolie unter unserem Mopedsitz immer griffbereit.

Wenn ihr auf Nummer sicher gehen wollt, nehmt euren Führerschein einfach auch überall mit hin, wenn ihr selbst mit einem Fahrzeug unterwegs seid. Sicher ist sicher.

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