Namibia Roadtrip – Tipps und Highlights

Nachdem wir uns für 2 Wochen die schönsten Ecken in Afrika angeschaut hatten, sollte unser Roadtrip noch weiter Richtung Norden nach Namibia gehen. Namibia ist ein sehr dünn besiedeltes Land und dadurch weniger touristisch als Südafrika oder Südostasien. Trotzdem ist das Land definitiv eine Reise wert. Warum, möchte ich euch im folgenden Beitrag erzählen.

Von Südafrika nach Namibia

Ausreichend Zeit für den Grenzübertritt einplanen

Unsere Reise begann am Grenzübergang von Südafrika nach Namibia und dort erwartete uns die erste große Überraschung. Nichtsahnend stellten wir uns morgens um 10:00 Uhr an der südafrikanischen Grenze in der Schlange an, um nach Namibia einzureisen. Erst abends gegen 17:00 Uhr verließen wir den namibischen Grenzposten. Wir hätten nicht damit gerechnet, dass wir einen ganzen Tag an der Landesgrenze zubringen würden.

Das lag vor allem daran, dass sich auf namibischer Seite zur Einreise eine circa 100 Meter lange Schlange gebildet hatte. Es waren lediglich zwei Schalter offen, sodass es nur sehr langsam voran ging.

Nachdem wir offiziell in Namibia eingereist waren, wartete allerdings noch eine weitere Schlange auf uns. In dieser stellten sich alle Reisenden an, die die Grenze mit einem eigenen Auto passieren wollen, da das Auto anzumelden gilt und hierfür eine Gebühr zu entrichten ist.

Wenn ihr mindestens zu zweit mit einem Auto nach Namibia einreisen wollt, organisiert euch am besten so, dass sich einer in der Einreiseschlange und der andere in der Schlange der Autoanmeldung anstellt, um schneller den Grenzübergang passieren zu können.

Trotz der anstrengenden Einreise war unser erster Eindruck vom Namibia überwältigend, da der Sonnenuntergang wunderschön orange-rosa-rotfarben war und darauf eine traumhafte, sternenklare Nacht folgte.

Fish River Canyon

An unserem ersten Morgen in Namibia wollten wir zum Fish River Canyon fahren. Da wir eine Nacht im Hobas Camp verbrachten, haben wir bis zum Aussichtspunkt auf die tiefe Schlucht nur 40 Minuten gebraucht. Der Canyon ist mit 160 km Länge der Größte in Afrika und gilt nach dem Grand Canyon als zweitgrößter Canyon der Erde.

Die Aussicht ist einfach unglaublich. Der Schlucht liegt früh am Morgen noch im Schatten, sodass es in diesem Fall auch genügt, wenn man erst zum späten Vormittag anreist. Auch zum Sonnenuntergang soll der Ausblick fantastisch sein.

Keetmanshoop

Nach einer kurzen Kaffeepause bei der Schlucht sind wir weiter nach Keetmanshoop gefahren.

Die Stadt war unser einziger Zwischenstopp auf dem Weg nach Okaukuejo im Etosha Nationalpark, was bedeutete, dass wir an einem einzigen Tag 1000 km fahren mussten. Ja, richtig – 1000 km (in einem Land mit Tempolimit).

Die Autofahrt war superhart, aber unser Programm war wieder einmal so knackig getaktet, dass wir keine andere Wahl hatten. Da wir aber nun immerhin eine Nacht in Keetmanshoop verbringen sollten, wollten wir unbedingt zum nahegelegenen Köcherbaumwald fahren.

Köcherbaumwald

Der Wald beherbergt mehr als 300 Köcherbäume, die bis zu 9 Meter hoch werden können. Beim Köcherbaumwald handelt es sich genau genommen nicht um einen Baum, sondern um eine Aloen-Art, die in den Wintermonaten wunderschöne hellgelbe Blüte bekommt. Normalerweise kommt die Pflanze nur einzelstehend vor, weswegen ein gehäuftes Auftreten, wie in diesem Wald als Attraktion gilt.

Besonders zum Sonnenuntergang ist das Licht in Namibia einfach unglaublich schön. Ein Besuch lohnt sich also vor allem zu späterer Stunde.

Etosha National Park

Am nächsten Tag kamen wir nach unserer langen Autofahrt gerade noch so pünktlich vor der allabendlichen Schließung am Tor des Etosha National Parks an. Nachdem wir das Tor passiert hatten, sind wir noch eine halbe Stunde bis zum Okaukuejo Camp gefahren.

Da die Camps im National Park nach Sonnenuntergang nicht mehr verlassen werden dürfen, bietet es sich an abends eine Sitzbank im Camp mit Sicht auf ein Wasserloch aufzusuchen. Da beispielsweise Nashörner überwiegend dämmerungs- bis nachtaktiv sind, kann man auch nach Sonnenuntergang einige Tiere am Wasser beobachten.

Am nächsten Morgen sind wir auf eigene Faust mit dem Auto durch den Nationalpark gefahren, um nach Tieren Ausschau zu halten. Man kann auch geführte Touren buchen, aber wir wollten lieber selbst mit unserem Auto umherfahren, um ein bisschen flexibler zu sein.

Der Park ist 23.000 Quadratkilometer groß und ist das bedeutendste Schutzgebiet des Landes. In ihm befindet sich eine große Vielfalt an Großtierarten, sodass man auch ohne Guide unheimlich viele Tiere sehen kann.

Spitzkoppe und ein wenig Klettern

Nach zwei Tagen im Etosha Nationalpark fuhren wir weiter zur Spitzkoppe. Dort wollten wir ein bisschen klettern gehen, da es eines der bekanntesten Klettergebiete in Namibia ist. Für die letzten 30 km mussten wir eine etwas abenteuerlichere Fahrt über eine Schotterpiste auf uns nehmen. Im Spitzkoppe Tented Camp wollten wir dann die nächsten 2 Tage verbringen.

In campeigenen Restaurant gab es nur Fleischgerichte, weswegen wir uns vorher in einem Supermarkt ein paar Zutaten eingekauft hatten, um uns am Abend Stockbrot zubereiten zu können.

Die Nächte mitten in der Wüste waren zwar rustikal, aber auch herrlich ruhig und irgendwie auch ein bisschen romantisch.

An beiden Tagen sind wir rund um den Berg Spitzkoppe klettern gewesen. Vor Ort in einem der Camps kann man sich auch ein Kletterbuch kaufen, wenn man möchte. Das gute Stück ist zwar ziemlich teuer, aber wenn man sich ein bisschen über die einzelnen Routen informieren möchte, sollte man sich das Buch zulegen.

Das Klettern an sich war ganz interessant und hat, wenn man die Route dann gefunden hat, auch Spaß gemacht. Viele der Routen sind mit neuen Bohrhaken ausgestattet.

Für alle die, die nicht unbedingt am Sportklettern interessiert sind, die können auch ein geführte Tour auf die Spitzkoppe unternehmen. Die Wanderung ist relativ anspruchsvoll, besonders im namibischen Sommer, da es dann nach Sonnenaufgang glühend heiß wird. Es gibt drei unterschiedliche Wanderungen, die von 4,5 Stunden bis 7 Stunden dauern.

Wer einfach nur die Landschaft um sich herum genießen möchte, kann sich auch im campeigenen Pool aufhalten oder auf den Sonnenliegen entspannen.

Am Meer vorbei in die Wüste

Von der Spitzkoppe sind wir weiter nach Swakopmund gefahren. Eigentlich wollten wir nach Sesriem in Richtung Wüste fahren, aber die Fahrt wäre wieder ziemlich lang gewesen, sodass wir einen Zwischenstopp in Swakopmund einplanten. Viel gebracht hatte unser Stopp allerdings nicht, da die Teilstrecken immer noch sehr lang waren.

In Swakopmund kamen wir spät an, sodass wir uns nach dem Restaurantbesuch schon hingelegt haben, um für den nächsten Tag fit zu sein.

Das Restaurant, Old Steamer, hat uns richtig gut gefallen. Man bezahlt dort einen Festpreis und kann sich dann alle möglichen Speisen (warm und kalt) vom Büfett nehmen. Die Auswahl an Salaten und Desserts war riesig und der gebratene Reis sowie die gebratenen Kartoffeln haben echt gut geschmeckt. Alles war köstlich und das Ambiente war schön gemütlich, sodass man dort definitiv einen netten Abend verbringen kann.

Eingegraben im Wüstensand

Am nächsten Morgen ging es dann in die Wüste. Absolut sehenswert ist die sogenannte Ton-Pfanne, das Deadvlei. Dabei handelt es sich um eine trockenliegende Endsenke eines Wüstenflusses. Das Deadvlei wird tagsüber von vielen Touristen aufgesucht. Zu den späteren Nachmittagsstunden geht es dort deutlich ruhiger zu.

Unsere letzten drei Kilometer ins Deadvlei waren wieder ziemlich spektakulär, da wir es echt geschafft hatten uns mit dem 4×4 Geländewagen im Wüstensand einzugraben. Aus dieser misslichen Lage konnten wir uns nur mit der Hilfe zweier ortskundiger Fahrer befreien, von denen uns dann auch einer zum Deadvlei brachte.

Viele besuchen in dieser Region auch die Dune 45, die der Star der Namibia Sanddünen sein soll. Wir selbst waren leider nicht dort, da uns nicht klar war, dass die Düne zu den Highlights in Namibia zählt. Besonders beliebt ist der Besuch der Düne in den frühen Morgenstunden.

Allerdings ist es lediglich den Gästen des Sesriem Campsite gestattet, die Düne eine Stunde vor Sonnenaufgang zu besuchen, was ich an und für sich irgendwie uncool finde.

Ich fand unsere Tour zum Deadvlei jedenfalls auch schon ziemlich schön und bin dankbar, ein Stück von der riesigen Wüste kennengelernt zu haben.

Windhuk

Nach unserer Wüstennacht sind wir dann nach Windhuk (afrikaans: Windhoek) gefahren. Der Weg von der Wüste zur Hauptstadt war wieder gut abenteuerlich, da die Rillen auf den Sandstraßen unser Auto streckenweise ordentlich ins Schleudern brachten.

Von Windhuk flogen wir am nächsten Tag nach Johannesburg. Dort wollten wir uns nochmal ein kleines Auto ausleihen, um die umliegenden Nationalparks erkunden. Mehr dazu könnt ihr gerne im Südafrika Beitrag nachlesen.

Wir haben in unseren 9 Tagen in Namibia echt viel gesehen und schöne Eindrücke sammeln können, trotz dass wir ein Großteil unserer Zeit im Auto zubrachten. Beim nächsten Mal planen wir bestimmt 2 oder 3 Tage mehr ein.

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