4 Tage Wandern | Oeschinensee und Monte Rosa Hütte

Seit ich vor ein paar Jahren in der Schweiz arbeiten war und mir jemand etwas von der Hütte in den Walliser Alpen vorgeschwärmt hatte, verspürte auch ich bald den Wunsch irgendwann einmal zur Monte Rosa Hütte zu wandern, um dort eine Nacht zu verbringen.

Zu Weihnachten habe ich dann eine Übernachtung in genau dieser wunderschönen Berghütte geschenkt bekommen. Ich konnte es gar nicht glauben, dass ich im nächsten Jahr einmal dort sein würde, aber Wünsche können schließlich auch in Erfüllung gehen.

Der Rheinfall und eine Nacht in Zürich

Wir fuhren also im Sommer in Richtung Zermatt mit einigen kleinen Zwischenstopps in der Schweiz. Unsere erste Nacht wollten wir in Zürich verbringen, weil es uns am Zürisee einfach wahnsinnig gut gefällt. Vorher machten wir aber noch einen Halt am Rheinfall in Schaffhausen. Von Stuttgart bis nach Schaffhausen fährt man 1,5 Stunden.

Wir schätzen uns immer sehr glücklich in weniger als 2 Stunden in der Schweiz zu sein. Uns gefällt es dort einfach sehr gut und es gibt so viele schöne Ecken zu erkunden.

Kandersteg – Campen, Wandern und Bouldern

Nach unserer Nacht in Zürich wollten wir in einer weiteren schönen Stadt, Luzern, frühstücken gehen und anschließend weiter nach Kandersteg fahren.

In Nähe von Kandersteg wollten wir um den bekannten Blausee und zum etwas weniger bekannten Oeschinensee wandern.

Leider hat uns der Blausee nicht wirklich überzeugt. Das gute an dem kleinen See ist, dass er für jeden zugänglich ist. Der Rundweg ist eben und barrierefrei. Vor Ort ist es aber leider so überfüllt, dass man Mühe hat, den See in Ruhe betrachten zu können. Außerdem ist der Eintritt mit 12 Franken (am Wochenende) ziemlich teuer.

Der kristallklare Oeschinensee

Im Gegensatz dazu waren wir vom Oeschinensee richtig begeistert. Von Kandersteg bis zum Oeschinensee wandert man zwei Stunden. Da wir unser Zelt auf dem Campingplatz Rendez-vous aufschlugen, hatte sich der Weg noch etwas verkürzt, sodass wir den See schon nach einer guten Stunde Wandern erreichten. Vielleicht waren wir auch so schnell unterwegs, weil wir nach unserer Wanderung noch Abendessen am Campingplatz bekommen wollten. Die warme Küche schließt dort nämlich um 20 Uhr.

Die Wanderung ist einfach nur traumhaft schön. Jedem, der einen Aufenthalt in der Schweiz plant, kann ich nur empfehlen, eine Wanderung zum Oeschinensee zu machen.

Am Folgetag wollten wir noch bei Kandersteg im Klettergebiet Universum Sunside bouldern gehen. Wir haben uns dafür beim DAV Stuttgart zuvor ein Kletterführerbuch ausgeliehen, um nachzuschauen, wo man am besten bouldern kann. Aus diesem Grund hatten wir dieses Mal auch ein Crashpad dabei, sodass wir uns die nächsten Stunden ein bisschen auspowern konnten, bevor es weitergehen sollte. Nach 3, 4 Stunden sind wir dann aber weitergezogen, weil wir noch im Hellen in Zermatt ankommen wollten. Deswegen haben wir in Kandersteg dann direkt den Autozug bestiegen, um auf dem schnellsten Weg durch die Berge nach Zermatt zu kommen.

Zermatt und der Weg zur Monte Rosa Hütte

Ankunft in Zermatt

Nach einer entspannten Nacht im Hotel mit Blick auf das majestätische Matterhorn ging unsere Wanderung dann zur Monte Rosa Hütte los.

In Zermatt gibt es die besondere Situation, dass die Stadt vollkommen autofrei ist. Im Stadtgebiet sieht man deswegen nur einige kleine Transportfahrzeuge, die Touristen und Gepäck aus aller Welt herumfahren. Aus dem Grund ließen wir viele unserer Sachen im Auto im Parkhaus Täsch (Drohne, Crashpad etc.). Nichtsdestotrotz brauchten wir unsere Wandersachen (Wanderschuhe, Stöcke, Steigeisen etc.) und noch ein paar normale Kleidungsstücke, die wir im Hotel benutzen wollten. Das Gute war, dass wir sowohl vor als auch nach der Wanderung eine Nacht im Bella Vista verbrachten, weswegen wir einen dritten großen Rucksack einfach Hotel lassen konnten. Außerdem konnten wir so noch Fondue für den zweiten Abend vorbestellen, da an diesem Tag der wöchentliche Fondue-Abend stattfand.

Der Weg auf die Hütte

Von Zermatt bis zur Hütte mit Zwischenstopp am Riffelsee wanderten wir 2100 Höhenmeter, 15 Kilometer über Sand, Geröll und Gletscher, wofür wir am Ende ganze 9 Stunden brauchten. Sehr schnell war das wahrscheinlich nicht, doch wir mussten schließlich viele Fotopausen einlegen, da die Landschaft dort einfach wunderschön ist.

Beim Hinweg marschierten wir über den alten Monte Rosa Weg, der uns über den Gornergletscher wieder viele hart erkämpfte Höhenmeter nach unten brachte und über den Gornersee dann wieder ordentlich weit hochjagte. Dieser ist deutlich strapaziöser, als der neue Wanderweg, den wir dann auch für den Rückweg nutzten.

Auf den ersten 50 Metern auf dem Gornergletscher versuchte ich erstmal Vertrauen in unsere Steigeisen aufzubauen. Nach ein paar Metern merkte ich, dass die Dinger genau das taten, was sie sollten und fing schließlich an, so zu gehen, als hätte ich Wanderschuhe an.

Der Ausblick von der Monte Rosa Hütte ist einfach nur gewaltig und unbeschreiblich schön. Vor allem der Blick auf den Sonnenuntergang mit Bergpanorama. Einfach schwer in Worte zu fassen.

Der Rückweg

Der Weg zurück war dann deutlich entspannter, auch wenn die Wanderung über den Gletscher deutlich länger ist, als auf dem Hinweg. Vorsicht ist geboten bei großen Gletscherspalten. Ein Sprung über eine Spalte ist purer Nervenkitzel. Nach ein paar Hüpfern gewöhnt man sich allerdings dran. Der Vorteil einer Sommerwanderung ist in dem Fall, dass man die meisten Spalten sehr gut sieht, da sie nicht eingeschneit sind. Trotzdem ist immer Vorsicht geboten, da der Gletscher natürlich arbeitet und gerade bei sommerlichen Temperaturen viel wegschmilzt.

Als wir wieder in Zermatt waren, freuten wir uns schon auf eine Dusche und unser vorbestelltes Käsefondue auf der Terrasse mit Blick auf’s Horn.

Baden im Genfersee

Nach unserer letzten Nacht in Zermatt wollten wir wieder zurück nach Stuttgart fahren. Da es bis dahin das heißeste Sommerwochenende des Jahres war und auch für diesen Tag 37 Grad angesagt waren, dachten wir, dass sich ein kleiner Badeausflug gar nicht so verkehrt machen würde. Aus dem Grund fuhren wir noch, bevor es zurück nach Nachhause gehen sollte, zum schönen Genfersee.

SUP auf dem Genfersee

Wer also den Traumurlaub schlechthin erleben möchte, der sollte einfach in den Zug einsteigen und sich irgendwo in der Schweiz aussetzen lassen. Von Süddeutschland ist die Schweiz recht schnell erreicht, weswegen sich ein kurzer Wochenendausflug immer wieder lohnt.

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