4 Tage Wandern (Kanton Bern und Wallis)

4 Tage Wandern (Kanton Bern und Wallis)

Seit ich vor ein paar Jahren in der Schweiz arbeiten war hatte ich den Wunsch eines Tages irgendwann einmal in der Monte Rosa Hütte zu nächtigen. Weihnachten 2018 dann die Überraschung. Ich durfte im nächsten Sommer mit René in die Schweiz fahren und zur Monte Rosa Hütte wandern und dort auch die Nacht verbringen. Eines der schönsten Geschenke, die ich je bekommen habe.

Unsere erste Nacht wollten wir in Zürich verbringen, weil es uns am Zürisee einfach wahnsinnig gut gefällt. Vorher machten wir noch einen kurzen Stopp am Rheinfall. Auch der ist traumhaft schön. Wir wissen, dass wir uns wirklich glücklich schätzen können in weniger als 2 Stunden in der Schweiz zu sein. Es gibt einfach so zu viel zu sehen und so schöne Ecken. Wir können hier noch Tausend weitere Male hinfahren und hätten dann immer noch nicht alles gesehen.

Nach unserer Nacht in Zürich wollten wir, ehe es ins Kanton Wallis geht, zum Oeschinensee. Hier kann man von Kandersteg aus hinwandern. Da wir unser Zelt auf dem Campingplatz Rendez-vous aufgeschlagen haben, hat sich der Weg noch etwas verkürzt. Wir haben nach etwas mehr als eine Stunde den See erreicht. Aber wir waren auch ziemlich schnell unterwegs, da wir anschließend am Campingplatz noch Abendessen bekommen wollten. Die warme Küche schließt nämlich um 20 Uhr zu.

Die Wanderung ist einfach nur traumhaft schön. Ich kann jedem, der in der Schweiz ist, nur empfehlen eine Wandertour zum See einzuplanen.

Am Folgetag wollten wir noch bei Kandersteg im Klettergebiet Universum Sunside bouldern gehen. Wir haben uns beim DAV zuvor ein Buch ausgeliehen, um nachzuschauen, wo man bouldern kann. Wir hatten ein Crashpad dabei, sodass wir uns die nächsten Stunden ein bisschen auspowern konnten. Nach 3, 4 Stunden sind wir dann aber weitergezogen, weil wir noch im Hellen in Zermatt ankommen wollten.

Nach einer entspannten Nacht im Hotel mit Blick auf das majestätische Matterhorn ging unsere Wanderung dann zur Monte Rosa Hütte los.

Von Zermatt bis zur Hütte mit Zwischenstopp am Riffelsee wanderten wir circa 2100 Höhenmeter, 15 Kilometer über Sand, Geröll und Gletscher ganze 9 Stunden.

Für den Hinweg marschierten wir noch über den alten Monte Rosa Weg, der uns über den Gornergletscher wieder ziemlich viele Höhenmeter nach unten führte und über den Gornersee dann wieder ordentlich weit hochjagte. Dieser ist deutlich strapaziöser, als der neue Wanderweg, den wir dann auch für den Rückweg nutzten. Eine Gletscherwanderung ist schon etwas ganz besonderes, vor allem wenn du so etwas das erste Mal machst. In den ersten 50 Metern versuchte ich erst einmal Vertrauen in diese Steigeisen aufzubauen. Aber schon bald merkte ich, dass die Dinger genau das tun, was sie sollten und ich fing an so normal zu gehen, als hätte ich Wanderschuhe an.

Der Ausblick dann von der Monte Rosa Hütte ist einfach nur gewaltig und unbeschreiblich. Vor allem der Sonnenuntergang hinter den Bergen ist unglaublich schön.

Der Weg dann zurück war deutlich entspannter, auch wenn die Wanderung über den Gletscher hier länger ist, als auf dem Hinweg. Vorsicht ist natürlich geboten bei großen Gletscherspalten. Ein Sprung hierüber ist purer Nervenkitzel. Aber auch daran gewöhnt man sich von Sprung zu Sprung.

Als wir wieder in Zermatt waren freuten wir uns schon auf eine Dusche und Käsefondue auf der Terrasse mit Blick auf’s Horn.

Nach unserer letzten Nacht in Zermatt ging es wieder zurück nach Stuttgart. Dabei wollten wir gerne noch am Genfersee vorbeifahren. Es waren 37 Grad angesagt, da macht sich eine kleine Badepartie gar nicht so verkehrt.

Wer also den Traumurlaub schlechthin erleben möchte sollte auf keinen davor scheuen sich in den nächsten Zug zu setzen und sich irgendwo in der Schweiz aussetzen zu lassen. Mit Auto ist man natürlich noch flexibler und kann so einen Bade- und Wanderurlaub perfekt kombinieren. I love it.



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