Mallorca

Mallorca

Pünktlich zu Beginn des eingeläuteten Regenwetters in Stuttgart machten wir uns Mittwochs unter der Woche – dank der letzten Urlaubtstage – noch einmal auf in den Süden nach Mallorca. Uns erwarteten angenehm warme Temperaturen, weswegen wir gleich erstmal die Pullis in die Ecke gedonnert und unsere Flip Flops aus dem Gepäck gewühlt haben. Zuerst ließen wir uns mit einem Taxi zum etwas außerhalb vom Flughafen liegenden Mietunternehmen Centauro fahren. Dort erhielten wir sehr schnell unsere Schlüssel und fuhren weiter ins Zentrum von Palma.

Hier sind wir dann erst einmal zum Café La Molienda gefahren, um uns etwas zu stärken. Anschließend wollte ich mir dann noch gerne das Viertel Santa Catalina ansehen, da es hier viele kleine süße Läden geben soll. Dummerweise waren um circa 15 Uhr rum gar nicht so viele Geschäfte offen. Also entschieden wir uns dafür, uns noch einmal in ein Café zu setzen, da René so oder so unbedingt gerne ein Stück Kuchen im Santina essen wollte. Hier gab es außerdem leckere Mittagsgerichte und weitere Kaffeespezialitäten. Das Café ist richtig hübsch eingerichtet und die Bedienung war sehr freundlich, sodass sich der Besuch auf jeden Fall gelohnt hat.

Danach wollten wir noch in die Altstadt von Palma und so ging es für uns über den Hort del Rei vorbei an der Catedral de Mallorca und entlang der Carrer de Colom zurück zum Parkplatz Via Roma.

Man hat der Stadt auf jeden Fall angemerkt, dass die Hautpsaison beendet war, da es überraschend ruhig wirkte und nur verhältnismäßig wenig Touristen durch die Einkaufspassagen wanderten. In der Innenstadt holten wir uns zum Abschluss noch ein Eis im Iceberg, bei dem uns das Mangoeis ausgesprochen gut geschmeckt hat.

Um die Banys Arabs herum liegen viele kleine schmale Gassen, auf denen man mit etwas Glück offene Tore erblickt, die einem die Sicht auf wunderhübsche Innenhöfe geben.

Nachdem wir wieder unser Auto vom Parkplatz abgeholt hatten, sind wir weiter in den Osten nach Cala D‘or gefahren. Hier blieben wir für zwei Nächte im Hotel Antares. Das Hotel war sehr einfach und das Frühstück würde ich als okay bewerten. Dafür war es aber sauber und ziemlich günstig. Im Internet kann man lesen, dass es im Hotel insbesondere am Abend sehr laut sein soll, wovon wir aber nicht wirklich etwas mitbekommen haben, was wohl wieder mit der Nebensaison zusammenhängt. Alles in allem hat es uns aber ganz gut gefallen (wir haben aber auch nicht besonders hohe Ansprüche). Am nächsten Morgen fuhren wir mir dem Auto zur Cala Serena.

An diesem Tag sind wir an der Bucht nur sehr wenigen Urlaubern begegnet. Wir genossen die ruhige Idylle und das Wellenrauschen. An den Felsklippen wanderten wir ein wenig entlang, um nach geeigneten Stellen für das Deep Water Soloing (DWS) zu schauen. Das berühmt berüchtigte Deep Water Soloing lässt sich besonders gut auf Mallorca ausprobieren, was auch unser Hauptgrund für diesen Inselurlaub war. Cala Serena war hierfür allerdings nur bedingt geeignet, weil man die Felswände an dieser Stelle besser mit einem Boot erreichen kann und der Wellengang am ersten Tag so oder so für DWS zu stark war. Da wir kein Boot hatten, improvisierten wir an anderen ruhigeren Stellen. Für den ersten Versuch war das ja auch völlig ok und ausreichend, auch wenn das Wasser recht kühl war. Es könnte auch am fehlenden Sonnenschein gelegen haben, da sich die Sonne gut hinter den Wolken versteckt hielt.

Nach ein paar Probeläufen sind wir noch zur Cala Sa Nau gefahren. Wir einigten uns aber vor Ort darauf, dass wir hier lieber noch an einem der anderen, weniger windigen Tage DWS ausprobieren wollten.

An unserem ersten Tag war es einfach zu stürmisch und da wir in der Sache eh Anfänger waren, wollten wir definitiv kein Risiko eingehen. Das Problem ist hierbei eigentlich auch nicht das Klettern an sich, sondern der starke Wellengang, der einen gegen oder unter die Felsen drücken kann. Hier sollte man wirklich nur bei sehr geringem Wellengang ins Wasser gehen, da es auch Stellen gibt, an denen man nur über vorher selbst gelegte Seile zurück an Land kommt. Aus dem Grund sind wir also wieder nach Cala D‘or gefahren. Nach einer Dusche wollten wir im Churchills Tapas essen gehen. Vorher habe ich gar nicht daran gedacht, dass das ja die typisch spanische Küche ist und so kam René auf die wunderbare Idee im Churchills am Hafen essen zu gehen.

Und das Essen war einfach soooo lecker. Unglaublich. Ich bin mir ziemlich sicher, dass genau dort hin gehen werde, wenn ich irgendwann wieder einmal auf Mallorca sein sollte. Jede Speise hat sowas von lecker geschmeckt. Also ganz riesengroßes Lob an den Laden!

Am Samstag sind wir dann, bevor wir zu unserem Hotel in Porto Christo fahren sollten, nochmal ein Stück südlicher zur Cala Santanyí gefahren. Der Strand hier ist wirklich schön und es kommen auch heimische Kletterer hier her, um ein wenig an den Felswänden rumzuturnen. An dieser Bucht kann man sowohl normal mit Gurt und Seil das Sportklettern ausüben als auch das Deep Water Soloing. Das macht den Platz heißbegehrt, nicht nur für die Pauschalurlauber.

Tatsächlich hat das Klettern hier viel besser als am Vortag funktioniert. Es gibt leichtere und auch schwierigere Routen. Es kann sein, dass einem etwas mulmig wird, wenn man beim Klettern nach unten schaut aber wenn man vorher über die Routen gut informiert ist, weiß man auch, dass das Wasser an entsprechenden Stellen ausreichend tief ist, sodass nichts passieren sollte. Die Verhältnisse sind aber von Route zu Route sehr unterschiedlich, sodass es sich für den DWS wirklich empfiehlt einen entsprechenden Kletterführer einzustecken. Wenn man sich speziell nur für DWS auf Mallorca interssiert, dann können wir die Rockfax App empfehlen, da man so nicht den kompletten Kletterführer kaufen muss (ca. 10 Euro, statt 30 Euro) und Routenbeschreibungen, Karten und Routen-Tracking dabei hat. Nach diesem ersten erfolgreichen DWS Tag, checkten wir Abends im Hotel THB Felip ein, was ziemlich direkt am Hafen von Porto Christo liegt. In Porto Christo selbst kann man übrigens eher schlecht Schwimmen gehen. Es gibt zwar einen kleinen Sandstrand, nur ist er leider sehr umbaut. Deswegen fahren wohl die meisten Touristen zu den umliegenden Stränden, die einen besseren Zugang ins Meer bieten. Trotzdem ist das Hotel wirklich sehr schön, da auch kurz vorher die Zimmer renoviert und vorne im Eingangsbereich neue Fenster eingesetzt wurden. Unser Zimmer befand sich im Hinterhaus, welches scheinbar schon komplett renoviert war. Hier gibt es auch einen kleinen Wellnessbereich und einen Fitnessraum. Unser Zimmer war sehr sauber und für 12 Euro pro Person kann man im Hotel vom Bufettisch Abendessen bekommen. Das Angebot war mehr als ausreichend, sehr lecker und außerdem auch für Vegetarier geeignet. Das Frühstück war im Preis enthalten und ebenfalls sehr lecker. Für uns war es auch sehr entspannt, da es ein kinderfreies Hotel war. Ein paar Kinder um einen herum sind ja völlig okay, aber viele Kinder können schon relativ laut werden, wie wir es am Strand in Santanyi gemerkt hatten.

Am nächsten Morgen ging es nach dem Frühstück mit dem Auto raus zu den Klippen von Porto Christo. Hier waren wir eigentlich nur auf der Suche nach dem Einstieg für die richtigen Routen. Das Suchen hatte schon relativ lange gedauert und stellte sich schwieriger dar als erwartet und am Ende wurden wir leider auch nicht wirklich fündig, was recht schade war. Also entschlossen wir uns wenigstens noch etwas in der Cala Magraner schwimmen zu gehen. Nach dem wir unser Auto nebem einigen anderen an der Straße abgestellt hatten, erreichten wir die Bucht von Cala Magraner über einen zwei Kilometer langen Fußweg. Ich weiß nicht, ob es auch einfachere oder kürzere Wege gibt aber unser Weg war recht idyllisch, da wir über große Schafsweiden liefen, wo außer den bimmelnden Schafsglocken weit und breit nichts zu hören war. Durch die windstille Lage war es am Strand schon superheiß und trotzdem tobten sich viele Kletterer an den Wänden aus. Aus dem Grund hatte René an den Felswänden auch noch eine Route im Vorstieg ausprobiert, was aber auch nicht sehr erfolgreich verlief.

An unserem letzten Tag (Sonntag) hatten wir nochmal “volles Programm”. Zunächst fuhren wir zur wunderschönen Cala Marçal. Bestes Wetter, klares Wasser und herrlich weißer Sandstrand erwarteten uns. Aber bevor der Planschspaß losgehen sollte wollten wir auch hier noch ein paar Routen ausprobieren und das lief wirklich richtig gut! Die Routen, die wir hier klettern konnten, hielten sich im 5er Bereich auf. Die Schwierigkeit war voll ok und das Tolle war, dass man 30 oder 40 Meter an der Felswand entlang klettern konnte, ohne einer zu großen Fallhöhe ausgesetzt zu sein. Ich fand das jedenfalls sehr angenehm.

Hier gibt es auch mehrere kleine Stellen, an denen man die ein oder andere Route findet, man muss nur ein wenig genauer hinschauen.

An diesem Abschnitt haben uns die paar Routen echt gut gefallen und anschließend kam die kleine Erfrischung nach den Klettereinlagen ganz gelegen.

Bevor wir unser Hotel nahe am Flughafen finden sollten, wollten wir noch einmal zur Cala Sa Nau fahren. Der Wind hat deutlich nachgelassen, also malten wir und die besten Chancen an der Bucht aus, um ein wenig gewagtere Routen auszuprobieren – zumindest René. Ich blieb dann doch weiter in den Graden 4 und 5. René versuchte diese imposante Überhangroute, die mit 7a+ bewertet ist.

Hat am Ende leider nicht mehr ganz geklappt. Schade. Sah aber trotzdem ganz stark aus. Danach sind wir zum Hotel gefahren und haben in der Bon Vent Tapasbar noch etwas gegessen. Auch hier hat alles superlecker geschmeckt, es war nur schade, dass bei einer Vorspeise nicht dabei stand, dass in den Tomatensalat Thunfisch reingemixt wurde. Dabei esse ich soooo gerne Tomatensalat. Es hatte einfach nicht sein sollen.

Der Urlaub hat uns jedenfalls sehr gut gefallen und es war megacool mal Deep Water Soloing auszuprobieren. Mallorca wurde von uns eindeutig zu unrecht als reine Partyinsel deklariert!



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