Chaos bei der Mietwagen-Suche

Chaos bei der Mietwagen-Suche

Der Start unseres Sri Lanka-Urlaubes war zugegeben etwas holprig. Wir haben von Deutschland aus zwei Monate vorher mehrmals versucht einen Mietwagen zu buchen. Jedes mal nach erfolgter Buchung kam ein paar Tage später die Stornierung hereingeflattert. Nach vier missglückten Versuchen haben wir uns dann dazu entschlossen, einfach vor Ort zu schauen. Wir hatten ja auch irgendwie keine Wahl mehr!

Als wir also nach etwa 11 Stunden Flugzeit und einem zusätzlichen Aufenthalt von vier Stunden (Doha) ca. 6.00 Uhr morgens ankamen, waren wir schon ziemlich platt. Doch nützt ja nichts, wir wollten schließlich heute noch mit einem Mietwagen weiterfahren. Unsere Unterkunft befand sich ca. zwei Stunden von Colombo entfernt, weswegen es höchste Zeit war ein Auto zu organisieren, um am Abend im richtigen Bett liegen zu können.

Am Airport hatten wir schon mal schlechte Karten, da uns lediglich ein Auto PLUS Fahrer angeboten wurde. Den Fahrer wollten wir definitiv nicht, denn irgendwie wäre das Feeling dann vermutlich ein ganz anderes gewesen. Wir wollten auch einfach niemand Weiteres dabeihaben, umso flexibel wie möglich zu sein. Aus dem Grund ließen wir uns also in die Innenstadt von Colombo fahren, um hier vielleicht mehr Glück mit einem Mietwagen zu haben.

Bei den ersten beiden Autovermietungen war aber wieder nichts zu bekommen, da wohl irgendwie Hochsaison war – jedenfalls sagte das einer der Mitarbeiter einer Autovermietung.
Nach diesen ganzen Absagen waren wir schon etwas ratlos, frustriert und kurz vor dem Aufgeben und überlegten noch einmal, was wir am besten anstellen könnten. Nachdem wir ca. 15 Minuten im Wartebereich der zweiten Autovermietung saßen, hatte der Chef scheinbar doch noch Mitleid mit uns oder ihn störte es einfach, dass wir dort herumlungerten. Also führte er Rene mit nach draußen auf den Hof und siehe da, auf einmal war natürlich ein süßes kleines Auto für uns vorhanden. Klein aber fein und zudem GÜNSTIG! Für 13 Tage hatte das Auto für uns nur 180 Euro Miete gekostet. Da kann man nicht meckern und so haben wir selbstverständlich sofort zugeschlagen. Unglücklicherweise war das aber noch nicht alles, denn für Sri Lanka benötigt man nochmals eine zusätzliche Fahrerlaubnis, auch wenn man einen internationalen Führerschein dabei hätte – den wir natürlich nicht hatten. Herzlichen Glückwunsch. Glücklicherweise hatte der Chef aber wieder eine glänzende Idee und rief einen seiner Kumpels an, der uns zum Verkehrsamt bringen und dort unterstützen sollte. Also stiegen wir kurzerhand in das TukTuk vom Kumpel und fuhren 15-30 Minuten zum Amt. Während der flinken Fahrt telefonierte der Fahrer selbstverständlich wie wild und machte dabei schon einmal alles vor Ort klar. Als wir dann nämlich ankamen, erwartet uns bereits ein weiterer Bekannter, der schon einmal ein Zettelchen für die Warteschlange gezogen hatte, sodass wir direkt zu vier in die eigentliche Wartehalle rein kommen konnten. Der Wachmann fand das erst nicht ganz so witzig, warum wir nun zu viert dort rein wollten aber der Kumpel vom Chef managte das irgendwie und Schwupps, waren wir drin.
Nun ging der eigentliche Spaß los, denn hier erwarten den fahrwilligen Touristen oder auch Einheimischen fünf Schalter, unzählige Unterschriften, Stempel und normalerweise viel Wartezeit. Da aber scheinbar der Kumpel vom Chef nicht zum ersten Mal hier war, ging es gleich flott los. Zuerst einmal wies er uns an, dass wir in der Mitte der Halle Platz nehmen sollten und düste zum ersten Schalter. Nachdem er mit der Damen hinterm Schalter ein wenig gequatscht oder geflirtet hatte, winkte er René ran, sodass Fotos geschossen, Stempel platziert und die ersten Unterschriften abgegeben werden konnten. Der deutsche Führerschein schien erst etwas Probleme zu machen, da René auf dem Bild nicht aussieht, wie er halt aussieht und der Schein auf deutsch ist. Doch der Kumpel vom Chef machte der Dame hinterm Schalter klar, dass das alles vorkommen in Ordnung ist und somit war Schalter No. 1 nach 5 – 10 Minuten geschafft. Anschließend sollten wir wieder in der Mitte Platz nehmen und unser Helfer klärte anschließend alles an Schalter No. 2 und 3. Danach musste René nochmal zum Schalter 4 für ein oder zwei Fragen und natürlich Unterschriften. Und nun kam Schalter No. 5 mit einer endlos langen Schlange. Aber wie man es erahnen kann, hatte der Kumpel vom Chef eine Idee. Wir sollten ihm also 200 Rupien (1 oder 2 Euro) geben, die er dem Mann hinter dem Schalter gab und da war dann schon unsere Fahrerlaubnis! Vollkommen übermüdet und überfordert von dem Kumpel vom Chef hatten wir die ganze Sache mal einfach an uns vorbeilaufen lassen und wussten eigentlich nicht, was da passiert ist. Wichtig war ja nur das wir fahren durften. Vielleicht ist René nun Bürge für ein Auto oder Haus in Sri Lanka, wer weiß das schon.
Es war schon wirklich surreal aber am Nachmittag um ca. 14.00 Uhr hatten wir unsere Fahrerlaubnis in der Tasche, die Händen am Steuer und die wilde Fahrt konnte losgehen. Nach 30 min Herzklopfen mussten wir noch schnell etwas essen und eine kurze Schlummerpause einlegen aber dann hieß es wieder “ab die Post”!!

Unser Tips für eine erleichterte Mietwagen-Suche (Stand Dezember 2017):

  • erspart euch die eher aufwändige Mietauto-Suche von Zuhause aus
  • schaut vor Ort am Airport, ob euch ein Auto auch ohne Fahrer angeboten wird oder fahrt anderenfalls in die Innenstadt und seht euch dort um
  • wenn ihr vor Ort nach einem Auto schauen wollt: achtet darauf, dass ihr in Sri Lanka nicht gerade an einem Feiertag anreist
  • bringt ein wenig Zeit am ersten Tag mit für die bevorstehende Führerscheinkontrolle



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