Klettern am Gardasee

Schon seit längerer Zeit wollte ich mal das Klettern in der freien Natur ausprobieren. Deswegen schlossen wir, René und ich, uns einer dynamischen Klettergruppe an, die jährlich einen Ausflug ins Kletterparadies Arco planen. Schließlich ist klettern im Freien nochmal was anderes, als in der Halle. Also bin ich schon etwas gespannt, wie es wird und aufgeregt, weil ich nicht weiß, wie ich mich anstellen werde. Für den Ausflug wird vorausgesetzt in der Kletterhalle Routen im sechsten Grad sicher zu klettern. Dies ermöglichte uns schließlich die Teilnahme an dem Urlaub der etwas anderen Art.

Und so fuhren wir im Mai nach Arco an den schönen Gardasee.

Tag 1 – Santa Massenza

Route Gran Diedro

Früh morgens am Ostermontag sollte es losgehen. Unser Treffpunkt war in Stuttgart am Flughafen um 6:00 Uhr. Die Fahrt mit dem Minibus dauerte gute 6 Stunden. So waren wir mit kleiner Pause gegen 14:00 Uhr am Campingplatz Daino. Nachdem wir ein bisschen von unserem Gepäck dort abgelegt hatten, fuhren wir weiter zu unserer ersten Felswand. Wir fuhren nach Santa Massenza und probierten uns an der Route Gran Diedro. Bei dieser ging es auch schon direkt am Anfang zur Sache. Die erste Seillänge ist eine VI-. Auch die darauffolgenden Seillängen sind jeweils eine VI-. Der Weg nach oben verläuft über eine große Verschneidung. Ein bisschen konditioniert sollte man hier schon sein. Wir waren insgesamt drei Seilschaften in dieser Route, was etwas Zeit kostete. Das war auch der Grund, warum wir uns nach der dritten Seillänge wieder abseilten. Wir sahen schließlich ein, dass wir nicht vor Einbruch der Dunkelheit oben ankommen würden.

Tag 2 – Parete di San Paolo

Route Sabine

www.arrampicata-arco.com/abozzo/via-sabina.pdf

Das Gebiet Parete di San Paolo ist sehr empfehlenswert, da viele der Routen über schöne griffige Löcher und Kanten verfügen. Daneben sind die Routen verhältnismäßig gut abgesichert. Die Aussicht ist, wie wahrscheinlich auf allen Routen in diesem Gebiet, sehr schön und bei sonnigem Wetter ein absolutes Träumchen. Die Route Sabine besteht aus 6 bis 7 Seillängen. Die letzte Seillänge ist noch einmal etwas fordernd. Theoretisch kann man hier schon vor der eigentlichen letzten Seillänge die Route beenden und den Weg zurück ins Tal wandern. Wer hier nochmal so richtig Gas geben möchte, sollte die letzte Seillänge aber definitiv mitnehmen.

Tag 3 – Klettersteig Schmugglerweg

Ich würde mal sagen, der Klettersteig ist schon fast ein Muss, wenn man als Kletterer am Gardasee unterwegs ist. Hier hast du den ganzen Klettersteigweg über eine wundervolle Sicht auf den Gardasee. Die Tour beginnt auf der Ponale Straße bei Riva (südlich von Riva) und verläuft weiter über Pregasina am Hotel Panorama entlang. Auf diesem Weg wandert man nun eine knappe Stunde den Beginn des Klettersteiges entgegen. Dabei wird man von einer herrlichen Aussicht auf Buchten und zahllose Segelboote begleitet.

Für den Schmugglerweg braucht ihr ein Seil und mindestens einen Klettersteigpartner, mit dem ihr den Weg beschreiten könnt. Die Länge des Klettersteigs beträgt 2 km. Der Weg ist alle paar Meter mit mal älteren, mal neueren Haken ausgestattet, sodass hier oft eine Zwischensicherung vorgenommen werden kann und auch sollte! Der Abgrund ist streckenweise sehr steil und ein Fehltritt kann hier schnell zu einem bösen Ende führen.

An manchen Stellen gibt es nur spärliche Trittmöglichkeiten, was den Klettersteig etwas abenteuerlich macht.

Tag 4 – Valle di Ledro

Route Babilona und Sesto Senso

Das Valle di Ledro geizt nicht mit schönen Ausblicken. Hier wird man die gesamte Route über von einer herrlichen Panorama Aussicht auf den Gardasee und die umliegenden Berge begleitet. Die Routen sind durch neu gesetzte Bohrhaken gut abgesichert (Stand April 2017) und bestehen aus 5 – 6 Seillängen.

Am Standplatz

Eine Route sollte nach 1,5 – 2 Stunden geschafft sein. Die anschließende Wanderung zurück ins Tal ist zauberhaft.

Tag 5 – Sonnenplatten

Route Teresa

Am letzten Tag waren wir noch an den Sonnenplatten. Hier haben wir uns dazu entschieden, die Route Teresa zu klettern. Sie ist 15 Seillängen lang (insgesamt 400 m) und hat zwei relativ kniffelige Parts. In der fünften Seillänge muss ein Überhang unterquert werden (besser nicht den Blick nach unten wagen) und in der elften Seillänge gilt es einen nervenaufreibenden Plattenquergang zu überwinden. Man kann für die Route ruhig einen ganzen Tag einplanen.

Die letzten Seillängen werden dann entspannter. Oben angekommen, kann man mit etwas Glück eine nette Aussicht genießen und vielleicht einen wohlverdienten Snack zu sich nehmen.

Fazit zum ersten Kletterurlaub im Freien

Jeder der mal plant in der freien Natur klettern zu gehen und das gerne mit einem schönen Urlaub kombinieren möchte, dem kann ich auf jeden Fall empfehlen nach Arco zu fahren. Es gibt in der Umgebung zahlreiche Kletterrouten für Anfänger und Fortgeschrittene. Die Aussichten von den Wanderwegen, Klettersteigen und -routen sind wunderschön. Außerdem hat das Städtchen eine richtig schöne Innenstadt, in der es köstliches Eis gibt, welches man sich (wenn man schonmal da ist) nicht entgehen lassen sollte. (:

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