Trentino – Südtirol

Trentino – Südtirol

“Draußen im Freien zu klettern ist definitiv noch einmal was anderes, als in der Halle”, das habe ich schon zig mal gesagt bekommen. Am besten ich mache mir selbst mal ein Bild davon und schließe mich einer kleinen dynamischen Klettertruppe an, um zu sehen, wieviel an der Aussage tatsächlich dran ist. Ein bisschen aufregend ist das Ganze schon, da einem die Griffe nicht in Farben wie “knallgrün” oder “pink” direkt ins Auge fallen. Wahrscheinlich hat genau dies seinen Reiz..

Also ab geht die wilde Reise nach Arco – an den Gardasee.

Tag 1 – Santa Massenza – Route Gran Diedro

Früh morgens am Ostermontag soll es losgehen. Treffpunkt Stuttgart Flughafen 6.00 Uhr. Holla die Waldfee. Wäre ja schön gewesen, wenn wenigstens iiiirgendetwas von der Innenstadt in die Richtung Flughafen -außer ein Taxi- gefahren wäre. Also konnten wir nur mit Car to Go anreisen, da wir ja selbst kein Auto besitzen.

Die Fahrt mit dem Minibus dauerte gute 6 Stunden. So waren wir mit Pullerpause und allem PiPaPo gegen 14.00 Uhr am Campingplatz Daino. Dann hieß es auch schon – nichts wie an die Wand – . Wir fuhren nach Santa Massenza und probierten uns an der Route Gran Diedro. Bei dieser ging es auch schon direkt am Anfang zur Sache. Die erste Seillänge ist eine VI- . Auch die darauffolgenden Seillängen sind jeweils eine VI-. Der Weg nach oben verläuft über eine große Verschneidung. Ein bisschen konditioniert sollte man hier schon sein. Wir waren insgesamt drei Seilschaften in dieser Route. Das fraß ordentlich Zeit. Aus diesem Grund seilten wir uns nach der dritten Seillänge wieder ab, da es schon später Nachmittag war Wir mussten einsehen, dass wir mit drei Seilschaften nicht vor der Dunkelheit “oben” angekommen würden.

Tag 2 – Parete di San Paolo (bei Arco) – Route Sabine

www.arrampicata-arco.com/abozzo/via-sabina.pdf

Das Gebiet Parete di San Paolo ist sehr empfehlenswert, da viele der Routen über schöne griffige Löcher und Kanten verfügen. Daneben sind die Routen verhältnismäßig gut abgesichert. Die Aussicht ist, wie wahrscheinlich auf allen Routen in diesem Gebiet, sehr schön und bei sonnigem Wetter ein absolutes Träumchen. Die Route Sabine besteht aus 6 bis 7 Seillängen. Die letzte Seillänge ist noch einmal etwas fordernd. Theoretisch kann man hier vorher schon “einen Bogen machen” und den Weg zurück ins Tal wandern. Wer hier nochmal so richtig Gas geben möchte, sollte die letzte Seillänge aber definitiv mitnehmen (-;

Tag 3 – Klettersteig Schmugglerweg

Ich würde mal sagen, der Klettersteig ist schon fast ein “Muss”, wenn man am Gardasee unterwegs ist. Hier hast du den ganzen Klettersteigweg über eine wundervolle Sicht auf den Gardasee. Die Tour beginnt auf der Ponale Straße bei Riva (südlich von Riva) und verläuft weiter über Pregasina am Hotel Panorama entlang. Auf der Straße bzw. diesem Weg wandert man nun eine knappe Stunde den Beginn des Klettersteiges entgegen. Dabei wird man von einer herrlichen Aussicht auf Buchten und zahllose Segelboote begleitet.

Nach, wie gesagt, knapp einer Stunde ging die wilde Party auch schon los. Wichtig zu wissen: für den Schmugglerweg braucht ihr ein Seil und mindestens einen Klettersteigpartner, mit dem ihr den Weg beschreiten könnt. Die Länge des Klettersteigs beträgt ca. 2 km. Der Weg ist alle paar Meter mit, mal alten – mal neuen, Haken ausgestattet, sodass hier recht oft eine Zwischensicherung vorgenommen werden kann und auch sollte! Denn der Abgrund ist wirklich streckenweise sehr steil und so kann ein Fehltritt hier schnell zu einem bösen Ende führen. Also Obacht!

Rein von der Trittsicherheit ist der Weg mal so mal so. Also unter’m Strich recht abwechslungsreich und defintiv nichts für Höhenkranke! (:

Tag  4 – Valle di Ledro – Route Babilona und Sesto Senso

Das Valle di Ledro geizt nicht mit schönen Ausblicken, ob auf den Bergen oder auf den Gardasee, hier wird man die gesamte Route über von einer herrlichem Aussicht begleitet. Die Routen sind durch neu gesetzte Bohrhaken gut abgesichert (Stand April 2017) und bestehen aus circa 5 – 6 Seillängen.

Am Standplatz kann es auch mal kuschelig zugehen (; Zu zweit den Ausblick genießen, ein Selfie und weiter geht’s!Eine Route sollte nach circa 1,5 – 2 Stunden geschafft sein. Achso, die Wanderung zurück ins Tal ist auch ganz zauberhaft.. (;

Tag 5 – Sonnenplatten – Route Teresa

Am letzten Tag waren wir noch an den Sonnenplatten. Hier haben wir uns dazu entschieden, die Route Teresa zu klettern. Sie ist 15 Seillängen lang (insgesamt 400 m) und hat zwei relativ kniffelige Parts. Tatsächlich kann man hierfür ruhig einen ganzen Tag einplanen. Die 5. und die 11. Seillänge haben es in sich. Nichts für schwache Nerven (; In der 5. SL muss ein Überhang unterquert werden; der Abgrund ist hier schon leicht terrifying. In der 11. SL wiederum erwarten einen ein recht verzwickter Plattenquergang.

Die letzten Seillängen werden dann entspannter. Oben angekommen, kann man mit etwas Glück eine nette Aussicht genießen und vielleicht den ein anderen verdienten Snack zu sich nehmen. (:

Fazit: Jeder der mal plant draußen im Freien zu klettern und das gerne mit einem schönen Urlaub kombinieren möchte, dem kann ich nur empfehlen einmal nach Arco zu fahren. Die kleine Stadt ist wirklich zuckersüß und die Ausblicke in der Umgebung, ob von Wanderwegen, Klettersteigen oder eben Kletterrouten aus, sind wirklich herrlich und wunderwunderschön (:



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