Riffelsee – Gornergrat (Kanton Wallis)

Riffelsee – Gornergrat (Kanton Wallis)

Vorweg gesagt: Eine meiner bisher schönsten Wanderungen überhaupt! Was hatten wir in diesem halben Jahr, indem ich in der Schweiz gewohnt habe, für bombastisches Wetter. Selbst die Schweizer berichteten, dass sie so viele schöne warme Sommertage eher selten haben. Dieses Jahr sei ein außergewöhnlicher Sommer. Wir haben die vergangenen Wochenendtage immer hervorragend ausgenutzt und sind tatsächlich viel in der Schweiz umhergewandert. Dieses sollte vorerst mein letztes Wochenende in der Schweiz gewesen sein, da ich am Freitag, den 28.08.2015, meinen letzten Arbeitstag hatte. Es sollten mir noch ereignisreiche Wochen bevorstehen (der Bali-Urlaub war z.B. auch schon gebucht) aber nun stand erst einmal die Aussicht auf einen der hübschesten Berge der Schweiz auf dem Plan.

Am 29.08. konnte es losgehen, sobald wir mein Hab und Gut aus der Schweiz ins Mietauto verbarrikadiert hatten. Gegen 11.00 Uhr fuhren wir also los, denn wir hatten eine ordentliche Strecke mit dem Ziel Zermatt vor uns. Außerdem planten wir noch einen kurzen Zwischenstopp in Luzern ein.


Die ganze Zeit über, die ich in der Schweiz verbracht habe, wollte ich unbedingt einmal nach Luzern, weil mir viele Schweizer sagten, dass es dort traumhaft schön sei. Was soll ich sagen?! Damit behielten sie auch völlig recht. Doch die Schweiz hat so viele schöne Orte, da fällt es mir schon mächtig schwer besondere Empfehlungen auszusprechen. Es gibt hier überall unglaublich schöne Ecken aber das beste kommt ja bekanntlich zum Schluss, also sollte es schließlich noch in die Region Wallis gehen, um dort mit Blick auf das Matterhorn umher zuwandern.

Wir kamen nach unserem kurzen Stopp in Luzern gegen 17.00 Uhr in Täsch an und parkten das Auto im Terminal Täsch. Die Parkgebühren für genau einen Tag betrugen 40 Franken. Die Bahn, die uns dann von Täsch nach Zermatt brachte, ist beispielsweise die Matterhorn-Gotthard-Bahn. Diese fährt sehr regelmäßig (20 Minuten-Takt) und kostet 15,20 Franken (Hin- und Rückfahrt). Die Fahrt dauert nur ca. 10 Minuten, sodass man von dort aus Zermatt recht fix erreichte.

Schließlich konnten wir gegen 18.00 Uhr endlich mit unserer Wanderung starten. In Zermatt schlossen nach und nach die Läden und es wurde auch langsam ruhiger, da immer weniger Leute unterwegs waren. Zudem ging auch allmählich die Sonne unter und wir konnten die herrliche Ruhe samt ihrer schönen Umgebung vollends genießen.

Zum Glück war es im Tal, als wir losgingen, noch nicht so kalt und da wir uns in den nächsten Stunden eh ständig in Bewegung befanden, haben wir dann von den kühler werdenden Temperaturen vorerst auch nichts mitbekommen.

Zermatt selbst ist eine wunderschöne Ortschaft, umgeben von Bäumen und Bergen. Die späte Abendsonne brachte ein schönes Lichtspiel mit sich und half uns dabei die ersten Höhenmeter Richtung Riffelsee zu überwinden. Den genauen Weg können wir gar nicht mehr wiedergeben, da wir vermutlich auch hin und wieder vom eigentlichen Weg abgekommen sind. Auf jeden Fall sind wir auf der Hängebrücke über der Gornerschlucht hinweg und an Furi vorbei gewandert. Die Hängebrücke wurde 2011 eingeweiht und sieht ganz schön monströs aus.

Schon bald darauf wurde es dunkel, sodass in den nächsten Stunden keine weiteren Fotos entstanden. Die Wanderung wurde dann allerdings ein gutes Stück strapaziöser, sodass hier noch viel Zeit und Kraft investiert werden musste, vor allem auch weil wir ordentlich Gepäck dabei hatten. Ein nächstes Foto entstand dann erst circa 22.00 Uhr am “Riffelhaus 1853”. Von hier aus konnten wir ein wunderschönes Foto vom Matterhorn machen.

Leider hatte ich da noch nicht wirklich den Dreh raus und wusste nicht, wie das Zusammenspiel mit der Belichtungszeit, der Blende und dem ISO funktioniert. Nichtsdestotrotz lässt sich denke unschwer erkennen, was ich auf diesem Foto mit wunderschön meine. Denn im Jahr 2015 wurde zwei Monate lang jede Nacht für 15 – 30 min der Grat der Erstbesteiger (Hörnligrat) am Berg durch eine Lichtinstallation beleuchtet. Wunderhübsch und wirklich einmalig schön. Wir haben uns quasi mal wieder den perfekten Zeitpunkt für die Wanderung rausgesucht, sodass wir das zauberhafte Spektakel miterleben durften. Gegen 23.00 Uhr haben wir dann unser Tagesziel am Riffelsee erreicht.

Kurz nach 6.00 Uhr am folgenden Morgen ging die Sonne langsam auf und wir wollten unbedingt die ersten Lichtstrahlen mit der Kamera einfangen, da die insbesondere an Berggipfeln immer besonders beeindruckend sind. Ich liebe es, wenn die Berge von der aufgehenden Sonne mit rötlich schimmernden Strahlen angeleuchtet werden. Nach der Fotosession packten wir so schnell es ging unsere Sachen zusammen und brachen auf. Wir wollten an diesem Tag die Ersten sein, die den Gornergrat erreichen. Leider hatten wir die Rechnung ohne die Bahntouristen gemacht. Am Gornergrat war also schon Einiges los, als wir ankamen. Nach einem kleinen Kaffee wanderten wieder bergab zum Tal und schließlich zurück nach Zermatt. Die Bahn war schon ziemlich teuer (Einzelfahrt: 57 Franken – Stand 2015). In solchen Momenten denken wir uns dann meistens Folgendes: solange wir noch so “fit” sind, werden wir weiterhin den Fußbus nehmen und verzichten auf den Luxus von vorhandenen öffentlichen Verkehrsmitteln – beim Wandern ist schließlich der Weg das Ziel.

Außerdem war der Rückweg auch nochmal ein wunderschönes (Natur-) Erlebnis für sich.

Schließlich kamen wir wieder in Zermatt an und nahmen die Bahn zurück nach Täsch. Hier stiegen wir – als wäre nichts gewesen – wieder ins Auto, da wir uns noch einen weiteren Ausflug an diesem Wochenende vorgenommen hatten. So wie, “als wäre nichts gewesen” kann man natürlich absolut nicht sagen, weil wir ständig darüber gequatscht haben, wie schön das hier ist und wie geil auch das Wetter wieder mitgemacht hat. Es war so megaschön. Wenn wir das nächste Mal wieder im Kanton Wallis sind und wir uns vielleicht auch um Zermatt herum wiederfinden, möchte ich übrigens unbedingt in der Monte Rosa Hütte nächtigen. Architektonisch soll die Hütte wohl sehr interessant konstruiert worden sein.

Unser letzter Stopp an diesem Wochenende war das Chateau Chillon.

Das Schloss liegt direkt am Genfer See. Ein traumhafter Ort. Der Genfer See ist sowieso ein wirklich herrliches Urlaubsziel, denn neben leckerem Käse und Wein, der hier überall zu bekommen ist, kann man sich direkt noch in dem schönen See erfrischen. Hier haben wir im kleinen Nachbarstädtchen Montreux genächtigt – allerdings nur im Auto (was für uns total okay war).

Ich denke die Wanderung über den Riffelsee zum Gornergrat ist nicht unbedingt für Jedermann geeignet. Der Weg war recht sportlich und teilweise auch anstrengend. Man könnte also schon überlegen, ob man sich nicht für einzelne Strecken Bahntickets kauft, um so nicht den kompletten Weg bergauf und wieder runter zu wandern. Letzten Endes muss man aber natürlich selbst entscheiden, wie man den Weg nun gehen mag. Wahrscheinlich ist es auch tagsüber leichter, wenn man dann den Weg eindeutig erkennen kann.



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