Wandern in Patagonien

Unseren Trip von Santiago de Chile nach Patagonien hatten wir bereits von Deutschland aus geplant und wie schon im Chile Bericht erwähnt, waren nur Julian und ich im südlichen Chile unterwegs, da Konstantin seinen Flug später buchen wollte und dadurch fast dreimal so viel für den gleichen Flug nach Patagonien bezahlt hätte. Also blieb er für die Tage, die wir in Patagonien waren, in Santiago de Chile.

Erster Halt: Santiago de Chile

Da wir vor dem Flug nach Patagonien bereits für eine Nacht in Santiago de Chile waren, konnten wir uns wenigstens schon einmal ein bisschen an die Zeitumstellung gewöhnen. Trotzdem war es ein absoluter Schlag ins Gesicht, als wir in der Nacht um 3 Uhr aufstehen mussten, um zum Airport zu fahren. Glücklicherweise konnten wir in unserer ersten Unterkunft ein Taxi zum Flughafen reservieren, sodass wir nicht auf irgendeinen Local Bus warten mussten. Wir bezahlten zusammen für die Fahrt zum Airport circa 12 Euro.

Der Flug in den tiefen Süden

Als wir hundemüde am Flughafen ankamen, haben wir noch eine kurze Zeit wie in Trance vor uns hinvegetiert, bis es anschließend im Halbschlaf in den Flieger ging. Im Flugzeug rutschte ich nur noch auf meinen Platz, schnallte mich reflexartig an und verabschiedete mich ins sofort ins Land der Träume. Da ich so schnell einschlief, verging der vierstündige Flug ruckzuck und schon hieß es: “Bienvenidos a Punta Arenas”. Das bedeutete aber auch “Jacken an, Schal um und Mütze auf.”

Das Erste, was wir in Punta Arenas aufsuchten, war ein Café. Erstens hatten wir Hunger ohne Ende und zweitens läuft ohne Kaffee ja sowieso nicht viel bei mir. (:

Berglandschaft um Punta Arenas

Im Anschluss sind wir durch die Stadt gezogen und haben schöne Ausblicke auf die Landschaft drum herum genossen, ehe es am nächsten Tag weiter nach Puerto Natales gehen sollte.

Ankunft in Puerto Natales

Puerto Natales ist ebenfalls ein schnuckeliges Städtchen mit ländlichem Flair, in dem auch der Tourismus angekommen ist. Die Hostelpreise sind nicht ganz günstig, was in solch abgeschiedenen Ecken, die besonders bei Wanderern und Kletterern beliebt sind, wohl eher weniger verwunderlich ist. In Puerto Natales besorgten wir uns außerdem Mützen und einen Flachmann, damit wir die kühlen Tage überleben konnten.

Das wohl fantastischste Hostel in Puerto Natales ist das Erratic Rock.

Die Menschen sind so wahnsinnig aufgeschlossen und hilfsbereit, dass ihr euch hier wie Zuhause fühlen könnt. Zudem bekommt ihr im Hostel ein großes Angebot an geführten Touren durch den Nationalpark. Am Tag des Aufbruchs gibt es noch ein feines Frühstück, ehe ihr den Weg in den Nationalpark antretet.

Nach einer Nacht im Hostel fuhren wir dann in den unglaublich tollen und absolut sehenswerten Nationalpark Torres del Paine. Im Hostel wurden wir noch einmal gefragt, ob wir nicht lieber noch mit unserer Wanderung warten wollten. Der Grund lag in den angekündigten starken Winden, die Geschwindigkeiten von über 160 km/h erreichen sollten. Das hörte sich wirklich wild und ein wenig angsteinflößend an, aber eine ‘Tourenverschiebung’ kam für uns nicht in Frage, weil wir uns schließlich nur wenige Tage in Patagonien geplant hatten. Somit kam schnell der “Jetzt oder nie” Beschluss und das Abenteuer ging los.

W Trek – Torres del Paine

1. Tag: Refugio Paine Grande

Die Fahrt mit dem Bus in den Nationalpark war schon absolut beeindruckend. Die Berglandschaft ist einfach so unglaublich schön.

An unserem ersten Tag wanderten wir 16 km bis zur Hütte Refugio Paine Grande. Dort blieben wir für zwei Nächte, da wir am nächsten Tag eine Tour zum Glacier Grey planten.

Ein gute Investition

Im Refugio selbst war es dann überraschend kalt. Wir dachten, wir würden uns dort aufwärmen können, aber das konnten wir schnell abhaken. In der Hütte gab es zwar einen Ofen, aber der wurde für die wenigen Gäste nicht extra angestellt, weil wir eh außerhalb der Saison unterwegs waren. Gekocht und geschlafen wurde also mit Mütze, Schal und dickem Schlafsack. Naja, Julian musste leider ein wenig frieren, weil er einen ziemlich günstigen Schlafsack dabei hatte. Ich konnte mich wiederum an meinem Mumien-Schlafsack erfreuen, der immerhin auf eine Wohlfühltemperatur von -2°C ausgelegt war. Dieser Kauf hatte sich mit dieser Reise bereits gelohnt.

In der Hütte gibt es übrigens einen kleinen Supermarkt, in dem ihr euch mit dem Notwendigsten eindecken könnt, um euch z.B. eine Mahlzeit in der nebenan liegenden Küche zubereiten zu können.

Am nächsten Tag ging es dann zum Glacier Grey.

2. Tag: Glacier Grey

Zum Glacier Grey sind es pro Strecke circa 10 km, wobei zusätzlich noch 750 Höhenmeter zu überwinden sind. Aufgrund der Winde war die Strecke schon relativ hart.
Der Gletscher sah echt gewaltig aus und es war beeindruckend, wie dicht wir uns nähern konnten. Eine Kayak-Tour durch das Gletschergebiet wäre sicher sehr schön gewesen, doch bei diesem Wetter war es schlichtweg unmöglich.

3. Tag: Refugio Los Cuernos

Der W Trek führte uns am dritten Tag an unzähligen Gletscherseen und -zinnen vorbei, von wo aus wir atemberaubende Ausblicke auf die Berglandschaft hatten. Unsere dritte Nacht verbrachten wir im Refugio Los Cuernos. Die Nacht im Mehrbettzimmer kostete rund 50 Euro pro Person (Stand September 2014). Das Frühstück ist noch nicht im Preis enthalten. Wenn du dich für eine Lunchpaket entscheidest, bekommst du sogar einen Schnürbeutel gratis dazu. Wir wollten diesen Beutel unbedingt als Erinnerungsstück haben und so fiel uns die Entscheidung leicht.

4. Tag: Hotel Las Torres Hosteria

Am letzten Tag sind wir bis zum Hotel Las Torres Hosteria gewandert. Von dort aus wurden alle Wanderer mit dem Bus zurück nach Puerto Natales gefahren. Dort sind wir in einen anderen Bus gestiegen, um uns schließlich zum Airport in Punta Arenas fahren zu lassen.

Im Airport von Punta Arenas gibt es sogar einen Schlafsaal, in dem man bei Bedarf den Schlaf nachholen kann, der vielleicht in den letzten Nächten etwas zu kurz gekommen ist.

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