Bolivien

Bolivien

Nach unserer Tour durch die Atacama Wüste in Chile ging es für uns mit dem Bus weiter nach La Paz. Warum? Weil wir natürlich wandern wollten!

Tatsächlich haben wir in diesem Urlaub lediglich etwas von La Paz und dem Umland zu sehen bekommen und ich hätte gerne noch viele weitere Touren unternommen, wie z.B. zur Salzwüste Salar de Uyuni oder zur Laguna Verde, doch diese Highlights stehen nun auf der Liste für die nächste Reise nach Südamerika.

Erstmal fuhren wir also nach La Paz. Die Stadt liegt auf unglaublichen 3.500 Metern über dem Meeresspiegel.

Schnappatmung ist hier garantiert und das nach nur zwei Treppenstufen. Das hieß aber noch lange nicht, dass wir nicht auf einen Aussichtspunkt hinauf kraxeln werden und so war unser erstes Ziel der Killi Killi Aussichtspunkt.

Die Wanderung hinauf zum Killi Killi könnte für den Großteil der restlichen Welt wahrscheinlich als Halbmarathon durchgehen. Jede Treppenstufe hatte es in sich und es war ein Wunder, dass wir nicht abgeklappt sind. Am Ende hatten wir es aber geschafft und diese Strapazen haben sich (zum Glück) auch gelohnt.

Im Anschluss an diese kleine Wanderung wollten wir noch ein wenig shoppen gehen. Ich wollte mir ein kleines Urlaubssouvenir zulegen. Neben ein Alpakajacke sollte es dann auch noch ein Piercing sein. Kaum überlegt und schon gemacht. Da wird nicht lange gefackelt. Ich ging kurz rein in das Einkaufszentrum und kam mit einem Piercing im Ohr wieder raus.

Danach ging es weiter mit einer meiner Reise-Traditionen und das hieß, es ging zum Friseur. Denn entgegengesetzt zu den deutschen Bierpreisen, die wahrscheinlich nirgends günstiger als in Deutschland sind, verhält es sich mit den Friseurpreisen. Ich persönlich finde unsere Friseurpreise recht teuer. Da müssen mich nun alle Friseure verfluchen, aber das ist nun einmal meine Meinung. Ja, ich habe langes Haar und ja, ich habe kein dünnes Haar (wenn das die entscheidenen Faktoren sein sollten). Trotzdem erwarte ich nie einen außergewöhnlichen Schnitt, geschweige dass mir jemand die Haare färbt oder sonst etwas Exotisches mit denen anstellt. Und trotzdem finde ich den Preis nur ok, wenn ich mit nassen Haaren aus den Laden spaziere und mir zu Hause die Haare föhne. Aber unter’m Strich ist das doch auch Quatsch, oder? Also lasse ich das einfach komplett und erledige das im Notfall selbst. Oder ich gehe eben im Urlaub zum Friseur. Außerdem kann ich so das Geld auch einfach für andere tolle Dinge ausgeben, wie eben für ein Piercing in Bolivien. Achja, ich darf nicht vergessen zu sagen, dass ich das letzte Mal (soweit ich mich erinnern kann) 2010 oder 2011 in Deutschland beim Friseur war. Vielleicht hat sich ja schon Einiges getan und die Preise sind mittlerweile ganz moderat, da kann ich also gar nichts zu sagen.

Unsere Nacht verbrachten wir im Hostel Adventure Brew, was unweit vom Hauptbahnhof lag und mit unter 10 Euro pro Nacht in einem Mehrbettzimmer sehr preiswert war (Stand September 2014). Außerdem gab es zum Abendessen so viele Nudeln mit Pesto und Bolognese, wie man wollte. Was gibt es bitteschön Geileres?! Julian und ich haben natürlich richtig zugeschlagen, doch die Retoure ließ nicht lange auf sich warten, denn in der kommenden Nacht saßen wir erst einmal auf dem Klo fest. Aber was soll’s, das Essen war trotzdem lecker! Vielleicht hatten wir aber auch einfach nur extrem Hunger? Man weiß es nicht.

Am Folgetag gingen wir zu einer Reisegesellschaft, die diverse Touren durch das Hochland anbot und wir hatten uns für das Gebirgsmassiv Condoriri entschieden, da man hier die Chance hatte, noch am selben Tag einen Gipfel – in diesem Fall den Nevado Condoriri (5.648 Meter) – zu erklimmen.

Wir haben die Tour, die von einem Guide geführt wurde, für circa 50 Euro pro Person (Stand September 2014) gebucht, was am Ende auch völlig angemessen war, wenn man bedenkt wie aufgeschmissen wir ohne Ausrüstung gewesen wären. Wir hatten schließlich keinerlei Sachen für eine Bergbesteigung (Steigeisen, Seil etc.) eingesteckt.

Bei der Wanderung oder besser gesagt Besteigung, macht es sich schon schnell bemerkbar, wenn man noch nicht oft bzw. nie in solch einer Höhe unterwegs war. Wenn man es selbst noch nicht mitgemacht hat, kann man sich als Außenstehender wahrscheinlich gar nicht vorstellen, wie anstrengend es ist, wenn die Tour erst auf einer Höhe von über 3.000 oder 4.000 Metern beginnt. Wer diese Höhe, wie bspw. wir drei, nicht gewohnt ist, sollte vielleicht vorher ein wenig Höhentraining machen oder sich einfach mehr Zeit für eine Bergbesteigung nehmen. Da wir uns aber einen Berg ausgeguckt hatten, dessen Spitze man angeblich noch am selben Tag erreichen konnte, fuhren wir recht optimistisch in das Gebiet Cordillera Real. Die Fahrzeit durch Boliven betrug circa 2 Stunden und am Ende befanden wir uns auf circa 4.300 Metern in der Ortschaft Tuni. Von hier aus sollte unsere Tour losgehen und so gingen wir zunächst einigermaßen entspannt drei Stunden bergauf.

Wir wanderten u.a. an der Laguna Tuni und Laguna Chiar Khota (4.600 Meter) vorbei und auf circa 4.700 Metern entdecken wir das Basislager. Auf 5.100 Metern befand sich ein weiterer Platz, der für die Anlegung eines Hochlagers genutzt werden kann und an dieser Stelle kann ich mitteilen, dass das Höhenlager unsere letzte Station war, die wir erreicht hatten. Bis zu dem Punkt sind wir bereits 5 Stunden durch das Gebirge gewandert und die letzten Höhenmeter waren ziemlich anstrengend – für jeden auf seine Art. Bei Kreislaufproblemen und Übelkeit muss man wirklich nochmal drüber nachdenken, ob man nicht sein Ego wieder zurückschraubt und vielleicht doch umkehrt und so entschieden wir uns zum Abbruch der Tour. Es war schon sehr schade, aber der Ausflug war auch ohne Gipfelbesteigung ein tolles Erlebnis für uns.

Auf dem Rückweg sind wir noch kurz ins Basislager rein und haben eine Tasse Tee getrunken, um uns wieder ein wenig aufzuwärmen.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Bus weiter zum Titicacasee und anschließend reisten wir schon weiter nach Peru, um dem nächsten Höhepunkt unserer Reise entgegenzutreten aber mehr dazu könnt ihr in meinem Beitrag zu Peru nachlesen.

Peace ihr Lieben & mögen die Berge mit euch sein.



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